27.05.2009, 12:36 Uhr | AFP
Für Zweitwohnungen gibt es jetzt leichter Geld zurück vom Fiskus. (Foto: Imago)
Eine gute Nachricht für Steuerzahler, die aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhalten: Die Kosten für diesen zweiten Wohnsitz sind künftig immer von der Steuer absetzbar. Das gilt auch dann, wenn der Hauptwohnsitz vom Arbeitsort wegverlegt wird. So hat der Bundesfinanzhof (BFH) in München in zwei Grundsatzurteilen entschieden. Seine bislang gegenteilige Meinung gab der BFH damit auf.
Die neue Rechtsprechung führt auch zu einer Gleichbehandlung ehelicher und nicht ehelicher Paare. (Az: VI R 58/06 und VI R 23/07). Das Gesetz lässt den Steuerabzug zu, wenn die so genannte doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst ist, insbesondere, wenn die Zweitwohnung genutzt wird, um von dort den Arbeitsplatz zu erreichen. Voraussetzung bleibt aber, dass die vom Arbeitsort entferntere Hauptwohnung den Lebensmittelpunkt bildet. Maßgeblich sind danach die tatsächlichen Umstände, der gemeldete Hauptwohnsitz reicht nicht aus.
Nach der bisherigen Rechtsprechung war der Steuerabzug nur zulässig, wenn ein Arbeitnehmer eine neue Stelle fern seines Wohnsitzes antrat und deshalb am Arbeitsort eine Zweitwohnung nahm. Eine Ausnahme gab es für Ehepaare, die zusammenzogen. Nach der neuen Rechtsprechung kann auch der Wegzug vom Arbeitsort aus privaten Gründen zu einer doppelten Haushaltsführung führen. Dabei spielt es kein Rolle, ob der Arbeitnehmer sich am Arbeitsort eine neue Wohnung nimmt, oder seine alte Wohnung zur Zweitwohnung "umwidmet". Auch auf den Grund des Wegzugs und den Zeitpunkt, an dem sich der Arbeitnehmer seine Zweitwohnung nimmt, kommt es nach den Münchner Urteilen nicht mehr an. Dies führt auch zur Gleichbehandlung nicht ehelicher Paare, die zusammenziehen wollen.
In einem der Fälle hatte ein Ehepaar aus Baden-Württemberg geklagt. Die Eheleute arbeiteten an verschiedenen Orten. Sie wohnten zunächst am Arbeitsort der Frau, zogen nach der Geburt des ersten Kindes an den Arbeitsort des Mannes, später aber wieder zurück an den der Frau. Gestützt auf die bisherige Rechtsprechung verweigerten das Finanzamt wie auch das erstinstanzliche Finanzgericht dem Mann den Steuerabzug für seine Zweitwohnung, weil er von seinem Arbeitsort weggezogen war. Darauf kommt es nun jedoch nicht mehr an, urteilte der BFH. Das Finanzgericht muss daher nun die sonstigen Voraussetzungen und die Höhe der Kosten prüfen.
AFP
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstössige Inhalte enthält.

SGB XII: Alle Nachfolgeregelungen zum Bundessozialhilfegesetz im Überblick. eBook Download
Lob oder verbale Klatsche: Wie gut können Sie Arbeitszeugnisse entschlüsseln? Quiz
Informieren Sie sich hier schnell und einfach über Ihre Konkurrenz und Partner. mehr
Struktur, Design, Sprache: Experte erklärt, worauf Sie unbedingt achten sollten. Business-Blog
So vermeiden Sie europaweit Strafzettel und Verkehrsgefahren. POICON POI Pilot 5000+