14.12.2009, 9:46 Uhr | t-online.de/business
Arbeit kann süchtig machen. (Foto: Imago)
Arbeit, Stress, Projekte – je mehr, desto größer der Kick. Immer mehr Menschen arbeiten zwanghaft zu viel und leiden darunter. Arbeitssucht heißt die Krankheit. Wir erläutern Ihnen, was Arbeitssucht ist und wie Sie die Symptome erkennen. Außerdem können Sie hier testen, ob sie gefährdet sind. Klicken Sie sich durch den Test, den die Experten von akademie.de entwickelt haben.
14 Stunden täglich am Schreibtisch, Zeitdruck, Arbeit, Aufputschmittel. Für Arbeitssüchtige ist es ein Gefängnis zwischen Arbeiten wollen und vor lauter Stress und Angst nicht mehr arbeiten können. Bei vielen geht es nicht ohne Medikamente, Kreislauf und innere Organe machen schlapp, Kopf und Glieder schmerzen und völlige Erschöpfung tritt ein.
Irgendwann folgt der Zusammenbruch: Burn-out wegen Arbeitssucht heißt dann oftmals die Diagnose. Und jährlich steigt die Zahl der Arbeitssüchtigen. Studien gehen davon aus, dass in Deutschland jeder Siebte tendenziell arbeitssüchtig ist. Und es kann jeden treffen, in allen Schichten und allen Berufen gibt es Workaholics.
Betroffene erleiden neben körperlichen Beschwerden auch psychische Folgen. Sie sind dauernd unzufrieden, mit ihrer Gesundheit und der Freizeit, aber auch mit ihrer Ehe oder Partnerschaft sowie mit der Beziehung zu Freunden, Bekannten und Verwandten. Und vor lauter Arbeit vernachlässigen sie ihre sozialen Beziehungen.
Doch der Grad zwischen viel arbeiten und Arbeitssucht ist schmal. Problematisch wird es Experten zufolge dann, wenn Arbeiten zum alleinigen Lebensinhalt wird und der Bezug zu anderen Lebensbereichen wie etwa Familie und Freizeit verloren geht.
Die Anonymen Arbeitssüchtigen (ASS) vergleichen Arbeitssucht mit Alkoholismus und nennen auf ihren Internetseiten die wichtigsten Symptome: Angst vor der Arbeit, Aufschieberitis, unkonzentriertes Arbeiten, arbeiten bis zu Erschöpfung, der eigene Perfektionsanspruch lähmt das Arbeiten, häufiger Zeitdruck und die Unfähigkeit, Arbeit und Freizeit zu trennen.
Experten raten Betroffenen den Gang zum Psychologen, auch Selbsthilfegruppen können förderlich sein. Außerdem empfehlen sie einen bewussten Umgang mit der Arbeit. Helfe könne dabei, eine Art Arbeitszeit-Buch zu führen und genau aufzuschreiben, wie viel man wann arbeitet. Wichtig sei zudem eine sinnvolle Alternative zur Arbeit – Ausflüge mit der Familie, Unternehmungen mit Freunden, ein neues Hobby.
Auch könne eine bewusst gewählte Auszeit den Neustart in ein verändertes Arbeitsverhalten erleichtern. Allerdings ist dabei ganz wichtig, sich einen ruhigen Ort zum Entspannen zu suchen und nicht etwa zuhause in den eignen vier Wänden zu bleiben. Zu groß sei die Gefahr, dass sich der Betroffene gleich wieder Arbeit sucht.
t-online.de/business
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