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Audi A8Delikatesse für KilometerfresserErschienen am 05. Februar 2010 | manager-magazin.de, Tom Grünweg
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Provokation für die KonkurrenzSchon die Premierenparty für den neuen Audi A8 war eine Provokation für die Konkurrenz. Während die meisten Hersteller sparen müssen und ihre Autos neuerdings lieber in Deutschland präsentieren, stellte die VW-Tochter ihr neues Flaggschiff am Rande einer Kunstmesse in Miami vor, nach dem Motto: Geldsorgen haben die anderen, aber wir nicht.Angriff auf den 7er BMW und die Mercedes S-KlasseDie Marke aus Ingolstadt möchte Mercedes und BMW nicht nur in Sachen Werbebudget, sondern auch auf der Straße in Zukunft gern zeigen, wo es langgeht. Anders gesagt: Der neue Audi A8 soll dem BMW 7er und der Mercedes S-Klasse den Rang ablaufen. Ende März können die ersten Kunden zu Preisen ab zunächst 89.300 Euro das neue Modell bekommen.Handlich, trotz mehr LängeBei der Vorab-Probefahrt fällt zunächst auf, dass der A8 beim Generationswechsel deutlich gewachsen ist und mit jetzt 5,14 Meter Länge den Lulatsch in der Oberklasse gibt. Dennoch wirkt der Wagen bei der ersten Testfahrt ausgesprochen handlich. Und bequem: Man sitzt weich und tief in Ledersesseln. Während der Achtzylinder säuselt, die neue Achtgang-Automatik diskret die Fahrstufen wechselt und die Luftfederung den Schlendrian der Straßenbauer ausbügelt, pegelt sich beim Fahrer der Ruhepuls ein. So muss ein Auto für Kilometerfresser gebaut sein.Download - eBook Ferrari - Das schnellste Unternehmen der Welt Download - eBook Taschenguide Bußgeldkatalog Sportlich unterwegs im Dynamik-ModusVerlässt man die Autobahn und wechselt im sogenannten Drive-Select-Menü die Einstellung von Komfort auf Dynamik, zeigt der A8 ein anderes Gesicht. Die Federn werden steifer, die Drehzahl schnellt in die Höhe, die Gangwechsel erfolgen schneller, und die Lenkung wird direkter. Es wirkt, als schüttele das Dickschiff auf Knopfdruck einige Zentner ab. Audi-Chef Rupert Stadler schwärmt prompt von der "sportlichsten Limousine dieser Klasse", aber das ist dann doch ein bisschen übertrieben.Bis unters Dach vollgestopft mit TechnikDass sich der Wagen wie mit dem kleinen Finger fahren lässt, gilt durchaus im wörtlichen Sinn. Denn hinter dem Schaltknauf, der wie der Schubregler eines Jets geformt ist, steckt ein Touchpad. Statt Navigationsziele etwa per Drehknopf zu buchstabieren, können sie hier per Finger aufgeschrieben werden. Das ist nicht der einzige Hightech-Schnickschnack an Bord des Oberklasse-Wagens. Erstmals werden im A8 LED-Scheinwerfer in der Großserie angeboten. Außerdem zieht Audi bei allen anderen Assistenzsystemen mit der Konkurrenz gleich, will heißen: Auch der A8 bietet nun Tot-Winkel-Überwachung, Nachtsichtsystem, Verkehrsschild-Erkennung und einen Tempomat, der bei einer drohenden Karambolage automatisch eine Vollbremsung vollführt. Obwohl der A8 bis unters Dach vollgestopft ist mit Technik, wirkt der Fahrerplatz erfreulich reduziert - und es stellt sich die Frage, warum Audi bei der Gestaltung des Innenraums eine halbe Klasse besser ist als Mercedes oder BMW.Vorerst konventioneller AntriebDie Ausstattung ist hochmodern, der Antrieb des neuen A8 vorerst konventionell. Eine Hybridvariante zeigt Audi Anfang März auf dem Autosalon in Genf nur als Studie, und die beiden 4,2-Liter-V8-Motoren der Startausstattung trieben bereits das Vorgängermodell an. Allerdings wurden beide Maschinen überarbeitet. So legt der V8-Benziner um 22 auf 372 PS zu, währen der Verbrauch um 1,4 Liter auf nun durchschnittlich 9,5 Liter sinkt. Beim V8-Diesel ist die Entwicklung noch deutlicher: statt zuvor 326 PS und 9,4 Liter Verbrauch stehen nun 350 PS und 7,6 Liter im Datenblatt. Zudem klettert das maximale Drehmoment um 150 auf 800 Nm.V6-Dieselmotor kommt im SommerWem die Achtzylinder-Varianten zu opulent sind, der muss auf den Sommer warten und damit auf den A8 mit V6-Dieselmotor. Mit ihm sinkt der Einstandspreis auf 72.200 Euro; dazu liegt der Verbrauch auf bescheidenen 6,6 Liter und der CO2-Ausstoß bei 174 g/km. Inklusive ist auch eine Start-Stopp-Funktion, die Audi als erster Hersteller mit einer Achtgang-Automatik kombiniert und die später auch für die V8-Modelle verfügbar sein soll.Ziele beim Leichtbau verfehltVerzicht muss man bei der Wahl des V6-Modells eigentlich nicht üben. Denn auch 250 PS und 550 Nm sind allemal genug. Zwar brummt der TDI ein wenig lauter, und die Automatik muss öfter schalten, doch bis zur elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h rast auch dieser A8. Geplant ist darüber hinaus eine gedrosselte Version dieses Typs mit Frontantrieb, 205 PS, einem Verbrauch von 6,0 Liter und einem CO2-Ausstoß von 159 Gramm je Kilometer. Also alles richtig gemacht in Ingolstadt? Leider nicht ganz. Ausgerechnet in der Audi-Paradedisziplin, dem Leichtbau, bietet der Neue nichts. Obwohl Entwicklungschef Michael Dick seit Monaten von der Umkehr der Gewichtsspirale spricht, verfehlt der A8 dieses Ziel.
Quelle: manager-magazin.de, Tom Grünweg |
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