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Schwimmbad Worms

Kassiererinnen dürfen weiterarbeiten

Erschienen am 01. Februar 2010 | dpa / t-online.de/business
Arbeitsrecht: Sind Kaffeekassen in der Firma verboten? (Foto: Imago)
Sind Kaffeekassen in der Firma verboten? (Foto: Imago)
Die vier gekündigten Schwimmbad-Kassiererinnen aus Worms in Rheinland-Pfalz dürfen weiter im städtischen Dienst arbeiten. Die Geschäftsleitung des städtischen Freizeitbades habe sich mit den vier Frauen geeinigt, teilte die Stadt mit. Ein Verfahren am Arbeitsgericht sei damit beendet.

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Stadt hält sich bedeckt

Ob die Frauen wieder als Kassiererinnen arbeiten, blieb zunächst offen. "Da kann ich nichts weiter zu sagen", sagte ein Sprecher der Stadt. Die Verantwortlichen hatten den Frauen vorgeworfen, mit Trinkgeld eine "Schwarzkasse" eingerichtet zu haben. Inhalt der Kasse waren 34,02 Euro. Den Frauen wurde der Verdacht auf Korruption vorgeworfen. Später begründeten sie die Kündigungen mit Fundsachen, die aus dem Tresor des Schwimmbads verschwunden seien.

Vorwürfe von beiden Seiten

Die Gemüter kochten vorab hoch im Kassiererinnen-Streit: Einem Mitarbeiter des Schwimmbads, der die Kassiererinnen mit seiner Aussage belastete, sei mit einem Hammer das Auto demoliert worden, ließ der Bürgermeister verlautbaren. Der Leiter des Bads sei mit nächtlichen Anrufen terrorisiert worden. Die Lokalpresse wiederum bezog Position für die entlassenen Frauen.

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Gehen oder putzen?

Die Freizeitbetriebe Worms hätten die Kassiererinnen zuvor vor die Wahl gestellt: Entweder ihr geht, oder ihr arbeitet ab jetzt als Putzkräfte - halbtags, mit erheblichen Gehaltseinbußen. Die vier Frauen sind nach Angaben von spiegel-online.de zwischen 49 und 55 Jahre alt und zum Teil 25 Jahre im Schwimmbad beschäftigt. Ob die Kassiererinnen nun nach der Einigung in ihren alten Job zurückkehren oder neue Aufgaben bekommen, war noch unklar.

Sparen auf Kosten der Frauen?

Für die Frauen stand jedoch vorab fest, dass die Stadt sie loswerden wolle, weil sie unter normalen Umständen unkündbar wären - die Stadt habe aber angekündigt, dass sie sparen müsse. Der Sprecher der Stadt, Hans Brecht, bestreitet den nach Angaben von spiegel-online.de Vorwurf: "Dass gespart werden muss, ist klar, aber das ist nicht die Personalpolitik der Stadt Worms."

Alle Hintergründe zum Kassiererinnen-Streit in Worms lesen Sie hier.

Bagatellkündigungen der letzten Jahre:


Datum

Ort

Funktion

Betriebs- zugehörigkeit

Kündigungs- anlass

Januar 2010

Köln

Architekt

in Probezeit

Schweißge- ruch

November 2009

Landkreis Neustadt/Weiden

Verkäuferin

15 Jahre

Geplatzte Bratwürste und Wurstzipfel mitgenommen

Oktober 2009

Konstanz

Altenpflegerin

17 Jahre

Maultauschen mitgenommen

Oktober 2009

Trossingen

Mitarbeiter in Umzugs- unternehmen

27 Jahre

Diebstahl von Umzugskar- tons

Juli 2009

Dortmund

Zwei
Sekretärinnen

20 bzw. 34 Jahre

Zwei halbe Brötchen und eine Frikadelle mitgenommen

Juli 2009

Oberhausen

Arbeiter

15 Jahre

Handy im Büro aufgeladen

Juli 2009

Künzelsau

Küchenhilfe

über 20 Jahre

Diebstahl von drei Brötchen

März 2009

Bergkamen

Zwei Bäckereimitarbeiter

über 20 Jahre

Diebstahl von Brotaufstrich

Februar 2009

Berlin

Supermarkt-Kassiererin

31 Jahre

Unterschla- gung von Pfandbons im Wert von 1,30 Euro

Dezember 2008

Mannheim

Mitarbeiter einer Ab- fallentsorgungsfirma

9 Jahre

Reisekinder- bett aus dem Müll mitgenommen




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Quelle: dpa / t-online.de/business

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