01.09.2009, 12:19 Uhr | t-online.de/business, AFP, dpa-tmn
Arbeitsbeschwerden Nummer 1: Rückenleiden (Foto: Imago)
Zeitdruck, Überlastung, harte körperliche Arbeit - das macht Menschen krank. Und zwar haufenweise. Immerhin fast zweieinhalb Millionen Arbeitnehmer leiden hierzulande wegen ihres Berufs unter Gesundheitsproblemen. Sowohl körperliche Beschwerden als auch psychische Belastungen machen den Angestellten dabei schwer zu schaffen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Durch die tägliche Arbeit sei die Gesundheit von etwa 6,3 Prozent der Erwerbstätigen - das sind 2,4 Millionen Menschen - beeinträchtigt, so das Statistische Bundesamt. Die meisten von ihnen haben demnach mit ihrem Bewegungsapparat zu kämpfen - allein unter Rückenproblemen leiden knapp eine Million (2,6 Prozent) der Beschäftigten, Beschwerden an Nacken, Schultern, Armen und Händen beklagen 1,6 Prozent und Probleme mit der Hüfte, den Beinen oder Füßen immhin noch 0,6 Prozent. Auch psychische Leiden machten einen großen Teil der dauerhaften Gesundheitsprobleme aus: So klagten etwa 215.000 Frauen und Männer (0,6 Prozent) über Stress oder Beklemmungen.
Unabhängig von akuten Problemen macht den meisten Arbeitnehmern Stress, Mobbing& Co. zu schaffen. Jeder achte Erwerbstätige gab an, dass er bei der Arbeit psychischen Belastungen ausgesetzt sei, die sein Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Zeitdruck und Arbeitsüberlastung sind hier die häufigsten Faktoren mit einem Anteil von 11,2 Prozent. Mit deutlichem Abstand hierzu wurden personenbezogene Gründe wie Mobbing oder Belästigung (0,8 Prozent) oder gar Gewalt oder Gewaltandrohung (0,3 Prozent) genannt.
Wenn Arbeit krank macht, dann lässt zum einen die Leistung der Mitarbeiter nach. Zugleich erhöhen sich aber auch die Fehltage der Angestellten und es entsteht ein direkter Schaden für die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter offensichtlich zu stark belasten. Ein Drittel von Ihnen fehlte aufgrund der Beschwerden zehn Tage und mehr im Jahr. Weitere 21,7 Prozent mussten die Arbeit für zwei bis neun Tage unterbrechen. Immerhin zwei Prozent der Erwerbstätigen ist der Ansicht, die Arbeit aufgrund der akuten Beschwerden wohl gar nicht mehr aufnehmen zu können.
Durch die Arbeit verursachte Gesundheitsprobleme treten mit zunehmendem Alter der Beschäftigten immer häufiger auf, wie die Wiesbadener Statistiker erklärten. Das Geschlecht spielt dabei keine entscheidende Rolle, wohl aber die Art der Tätigkeit: Wer Anlagen oder Maschinen bedient oder in der Landwirtschaft arbeitet, erkrankt am ehesten körperlich. Beschwerden des Bewegungsapparats betreffen allerdings auch häufig Führungskräfte und Wissenschaftler. Diese haben auch oft mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen.
Auch Arbeitsunfälle beeinträchtigen die Gesundheit der Erwerbstätigen und führen mitunter zu längeren Arbeitsausfällen: Rund 2,4 Prozent der Befragten gaben an, im Verlauf der letzten zwölf Monate Arbeitsunfälle erlitten zu haben. Männer waren doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Zugleich hängt das Risiko eines Arbeitsunfalls stark von der ausgeübten Tätigkeit ab. Am größten ist die Gefahr bei Tätigkeiten in Industrie, Landwirtschaft und Bergbau.
Die Daten zu den Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz sind eines der Ergebnisse einer Zusatzerhebung zur EU-harmonisierten Arbeitskräfte-Stichprobe aus dem Jahr 2007. Dazu wurden rund 80.000 Menschen zu Arbeitsunfällen, altersbedingten Gesundheitsbeschwerden und zu seelisch und körperlich belastenden Einflüssen durch ihre Tätigkeit befragt. Relevant war hierbei die Selbsteinschätzung der Befragten, nicht ein ärztlicher Befund.
t-online.de/business, AFP, dpa-tmn
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