aktualisiert am 27.05.2010, 16:13 Uhr | t-online.de/business
Schlecht gestaltete Bewerbungsunterlagen können bei der Jobsuche zum Stolperstein werden. (Foto: Imago)
Wer derzeit einen neuen Job sucht, muss sich gehörig ins Zeug legen. Laut dem Jobportal careerbuilder.de stehen mehr als drei Millionen Arbeitslose und eventuell sogar noch mehr Arbeitssuchende etwa einer halben Million gemeldeten Stellenangebote gegenüber. Wenn es mit der neuen Arbeitsstelle nicht klappt, liegt das aber manchmal auch am Bewerber, der unabsichtlich signalisiert: „Stellen Sie mich bloß nicht ein!". Um das zu vermeiden, haben die Experten zehn Warnzeichen identifiziert, die Sie unbedingt beachten sollten.
Bei längerer Arbeitslosigkeit ist diese Pause selbstverständlich vertretbar. Bei wiederholten Phasen der Arbeitslosigkeit jedoch könnte sich ein potenzieller Arbeitgeber fragen, warum keine andere Firma den Bewerber vorher einstellen wollte. Wer Lücken im Lebenslauf hat, die drei Monate überschreiten - ob gerechtfertigt oder nicht, sollte laut careerbuilder.de daher entsprechende Erklärungen parat halten.
Unvorbereitet zum Vorstellungsgespräch erscheinen - das macht keinen guten Eindruck. Recherchen zum Unternehmen, Fragen zur Firma und dem vakanten Job sowie die Bewerbungsunterlagen gehören zu den "Hausaufgaben", die jeder Jobkandidat gemacht haben sollte. Die Experten raten sogar, das Vorstellungsgespräch vorher mit jemandem zu proben. Je besser Bewerber vorbereitet seien, desto mehr würden sie vom Arbeitgeber ernst genommen.
Achtung: Wenn Sie Ihrer Bewerbung keine Zeugnisse beifügen, kann das careerbuilder.de zufolge beim potenziellen Chef den Eindruck hinterlassen, dass Sie möglicherweise niemals etwas Gutes geleistet haben. Ohne Zeugnisse mit den Unterschriften der ehemaligen Vorgesetzen erwecke eine Bewerbung den Anschein, der Absender könnte das Unternehmen Hals über Kopf und im Streit verlassen haben. Das werfe nicht gerade ein positives Licht auf ihn. Wer an einem Job wirklich interessiert ist, sollte die Zeugnisse also keinesfalls vergessen.
So verlockend es auch sein mag, zu erzählen, welch ein Hornochse der letzte Boss war: Der Personalverantwortliche eines anderen Unternehmens wolle das garantiert nicht hören, warnen die Fachleute von careerbuilder.de. Sinnvoller sei es, Probleme auf der vorherigen Arbeitsstelle ins Positive zu drehen. Wer den letzten Job etwa für eine Sackgasse hielt, könnte zum Beispiel formulieren: „Ich hatte das Gefühl, ich bin so weit gegangen wie ich konnte in der Position. Jetzt suche ich nach einer Stelle mit besseren Aufstiegschancen." Und Ärger mit den Kollegen könnte mit dem Satz „Ich brauche eine Arbeit, wo ich das Gefühl habe, dass ich Teil eines Teams bin und meine letzte Stelle hat mir dieses Umfeld nicht geboten" positiv beschrieben werden.
Ein neuer Trend in der Arbeitswelt heiße "Jobhopping", so careerbuilder.de. Heutzutage würden Arbeitnehmer bereits nach zwei oder drei Jahren in einer Firma weiterziehen. Der Karriere kann das durchaus guttun. Potenzielle Arbeitgeber könnte ein häufiger Wechsel der Arbeitsstelle aber misstrauisch machen. Mancher Chef schließt eventuell daraus, dass dem Bewerber Ausdauer oder Loyalität fehlen. Der Tipp der Experten: Jobs auswählen, die sich auch wirklich dazu eignen, im Lebenslauf aufgeführt zu werden. Andernfalls sollten Betroffene eine gute Erklärung vorbereitet haben.
Personalmanager wenden im Einstellungsprozess gern die Taktik an, dieselbe Frage auf verschiedene Arten zu stellen. Damit wollen sie sicherstellen, dass der Bewerber ehrlich ist und nicht bloß erzählt, was der Arbeitgeber hören will. Jobsuchende sollten während des gesamten Gesprächs aufrichtig bleiben.
Die meisten Beschäftigten wissen laut careerbuilder.de, was sie in einem neuen Job wollen - wenn es um Bezahlung, Sozialleistungen oder die Urlaubsregelung geht. Sei jemand aber nicht in der Lage, im Hinblick auf seine nicht immer realistischen Erwartungen flexibel zu sein, erschwere das die Jobsuche. Die Karriereprofis empfehlen, schon vor dem Vorstellungsgespräch genau zu überlegen, was gewünscht wird, und nötigenfalls bereit zu sein, davon abzuweichen.
Keine Lust, mehr als das unbedingt Notwendige zu machen? Diese Strategie bringt im Beruf nicht sehr weit. Immer denselben - oder gar keinen - Lebenslauf und das gleiche Anschreiben zu verwenden, zeugt von purer Faulheit, meinen die careerbuilder.de-Experten. Wer nicht einmal diese Extra-Zeit für sich und die Bewerbungsunterlagen aufbringe, werde das auch kaum für einen Kunden tun.
Beim Zusammenstellen der Unterlagen sollten vor allem die Fähigkeiten und Ziele im Vordergrund stehen, die für die ausgeschriebene Position wichtig sind. Aber was helfe ein beindruckender Lebenslauf, wenn der Personalverantwortliche keine Möglichkeit hat, mit dem Bewerber in Kontakt zu treten, geben die Spezialisten zu bedenken. Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse dürfen daher auf keinen Fall in dessen Unterlagen fehlen.
Jobkandidaten sollten außerdem ihren weiteren beruflichen Weg im Blick haben. Zwar können sich langfristige Ziele mit der Zeit ändern, ein Konzept sollten Bewerber jedoch unbedingt haben. Ansonsten agieren sie nach Ansicht von careerbuilder.de ziellos und unmotiviert - und das bewerten die Personalfachleute als zwei grobe Bewerbungsschnitzer.
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