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Partybilder im Netz als Karrierekiller

Erschienen am 18. Januar 2010 | t-online.de/business
Private Bilder im Netz als Karrierekiller. (Foto: Imago)
Private Bilder im Netz sind verfänglich. (Foto: Imago) Vergrößern
Mit Silberblick und einer Bierflasche in der Hand oder mit viel zu tiefem Dekolletee bei der letzten Dessousparty - solche im Internet veröffentlichten Bilder erweisen sich schnell als Killer für die Karriere. Denn immer mehr Unternehmen informieren sich vorab im Web oder bei sozialen Netzwerken über potenzielle Jobkandidaten. Wir erklären Ihnen, was Chefs interessiert und worauf Sie bei Ihrer Präsentation im Netz achten sollten.

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Jeder Eintrag kann entscheidend sein

Vom Facebook-Profil bis hin zur Amazon-Buchrezension - jeder frei einsehbare Eintrag im Netz kann entscheidend sein, ob ein Bewerber seinen Traumjob bekommt oder nicht. Denn einer aktuellen Umfrage des Karriereportals careerbuilder.de haben sich im Jahr 2009 45 Prozent der Arbeitgeber in sozialen Netzwerken über Kandidaten informiert. Das sind 23 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Das Pikante daran: 35 Prozent der Arbeitgeber stellten Kandidaten nicht ein, nachdem sie bei einer Online-Recherche auf unpassende Einträge stießen.

Vorsicht bei privaten Bildern

"Keine Firma will wegen eines peinlichen Mitarbeiters ihren Namen in der Zeitung lesen", sagt Coach und US-Autor Zack Grossbart gegenüber CareerBuilder.de. Einer Studie des Verbraucherministeriums zufolge bewertet fast die Hälfte der Chefs besonders freizügige private Bilder, wie etwa Partybilder als ablehnend. Noch schlimmer ist es, wenn zukünftige Chefs negative Aussagen über die aktuelle Arbeit oder das Umfeld der Bewerber im Netz entdecken. Bewerber verlieren in den Augen der Chefs außerdem ihre Glaubwürdigkeit, wenn private Inhalte auf ihren Webseiten von denen in der Bewerbung abweichen.

Positive Darstellung macht interessant

Zugleich kann eine positive Internetpräsenz auch Vorteile für die Bewerber bringen. Den Experten von careerbuilder.de zufolge erwarten potenzielle Arbeitgeber heutzutage, dass Job-Kandidaten im Netz präsent sind. Wer online noch nie von anderen in einem professionellen Zusammenhang erwähnt wurde, macht sich angreifbar. Arbeitgeber könnten hellhörig werden und nachfragen, warum das so ist. Der Rat der Experten: Entwickeln Sie Ihre eigenen positiven Inhalte in Artikeln, Blogs oder Foren.

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Hilfe durch den ReputationDefender

Inzwischen bieten in Deutschland verschiedene Dienstleister denjenigen Hilfe an, die verfängliche Daten aus dem Internet entfernen möchten. Dazu zählt etwa der ReputationDefender - Ruf-Verteidiger. Es kommt aus Kalifornien in den USA und bietet - gegen Bezahlung - Instrumente gegen unliebsame Datenspuren. Als erstes können die Nutzer eine Daten-Patrouille durch das Netz schicken, um zu prüfen, ob sie vielleicht bereits von unangenehmen Online-Veröffentlichungen betroffen sind, ohne es zu wissen.

Anrüchige Inhalte entfernen

Der ReputationDefender analysiert zunächst, welche bedenklichen Inhalte im Netz zu finden sind und wie viele Versionen davon kursieren - acht Tage dauert das in der Regel. Dann wird eine abgestufte Kette von Maßnahmen in Gang gesetzt - bis die Reputation wiederhergestellt ist. "Meist reicht eine höfliche Bitte, gestellt an den richtigen Adressaten", sagt Michael Fertik, Chef und Gründer des Ruf-Verteidigers. Schwieriger sei es bei anrüchigen Inhalten, mit denen im Netz Geld verdient wird. Notfalls würden dann auch die Werbekunden der Seiten angesprochen, um zum Ziel zu kommen. Wenn alles nicht fruchtet, bleibt nur der Gang zum Rechtsanwalt. Dies sei allerdings in weniger als einem Prozent der Fälle notwendig.

Ruflotse löscht negative Inhalte

Auch das Münchner Start-up myON-ID Media GmbH bietet in Kooperation mit der Deutschen Telekom den Monitoring- und Online-Reputationsmanagement-Dienst (ORM) Ruflotse® an, der für Klarheit rund um die eigene Reputation im Internet sorgt. Taucht eine falsche oder diskreditierende Äußerung im Internet auf, kann für diese ein Löschauftrag gestellt werden. Das Team von Ruflotse setzt sich dann dafür ein, diese Äußerung entfernen zu lassen.

Recherche wird in den USA noch stärker betrieben

In den USA ist das Durchsuchen von Online-Profilen noch gängiger als in Deutschland. Knapp die Hälfte aller US-Arbeitgeber nutzen Informationen aus dem Netz, wie die Umfrage der Online-Jobbörse careerbuilder.de ergab. Gut ein Drittel von ihnen wurde schon durch Inhalte aus dem Internet dazu bewogen, Kandidaten nicht einzustellen. Zu den Karriere-Bremsen für die Bewerber zählten Informationen über Trinkgewohnheiten oder Drogenmissbrauch, diskriminierende Kommentare, Lebenslauf-Lügen oder Lästereien über ehemalige Arbeitgeber.



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Quelle: t-online.de/business
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