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So bewerben sich die Deutschen heute

Erschienen am 26. Juni 2009 | t-online.de/business
Die klassische Bewerbungsmappe wird immer weniger genutzt. (Foto: Imago)
Die klassische Bewerbungsmappe wird immer weniger genutzt. (Foto: Imago)
Die Zeiten, als Jobs noch hauptsächlich per Stellenanzeige in den Samstagsausgaben der Tageszeitungen vergeben wurden, sind vorbei. Dank der neuen Medien hat sich das Prozedere rund um die Bewerbung für Unternehmen und Bewerber deutlich verändert. Eine Studie der Online-Jobbörse www.stepstone.de zeigt, wie die Deutschen heute nach einer neuen beruflichen Herausforderung fahnden, sich bewerben und was moderne Chefs und Personaler erwarten.

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Jobsuche während der Woche

Für die Untersuchung wurden rund 4500 Fach- und Führungskräfte zu ihrem Bewerbungsverhalten befragt. Heutzutage wird demnach nicht mehr vornehmlich das Wochenende für die Jobsuche genutzt: Immerhin gaben 74,6 Prozent der Befragten an, unter der Woche nach einem neuen Arbeitplatz zu fahnden. 22,5 Prozent der Befragten gaben an, sogar während der Arbeitszeit zu suchen. Und nicht wenige - 13.4 Prozent, erstellen die Bewerbung selbst im Job.

Bewerbung per E-Mail

Der Untersuchung zufolge bewerben sich fast zwei Drittel (64,9 Prozent) per E-Mail um den Wunscharbeitsplatz. Nur 23,5 Prozent schicken ihre Bewerbung mit der Post. Bei den Topkräften zeigt sich der Trend noch deutlicher: Fast neun von zehn Fach- und Führungskräften (86,8 Prozent) nutzen Online-Stellenbörsen, um dort nach einer neuen Stelle zu suchen.

Personaler bevorzugen einen Anhang

Wie eine Onlinebewerbung beim Unternehmen eingeht, dafür gibt es noch keine festen Regeln. Die meisten Personaler bevorzugen einen einzigen Anhang an die E-Mail mit zum Beispiel Kontaktseite, Lebenslauf und Zeugnissen. Darauf beschränken sich aber nur 22,4 Prozent der Bewerber. 28,5 Prozent ergänzen laut stepstone ihre Bewerbung mit mehr als drei Anhängen. "Viele Bewerber glauben, dass sie ihre Bewerbungsunterlagen thematisch stückeln sollen - in Foto, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse. Dies entspricht aber nicht den Erwartungen auf Unternehmensseite. Als Personalerin bevorzuge ich eine Datei als Anhang – schon um die Daten besser ablegen zu können," so Maria Nevado, Recruiting Managerin der StepStone Deutschland AG.

Anhang als pdf-Datei verschicken

Einig sind sich Arbeitgeber und Kandidaten hingegen über die Dateigröße der Anhänge. Mehr als die Hälfte der Bewerber (50,3 Prozent) glaubt der Studie zufolge, dass diese eine Größe von zwei MB nicht überschreiten sollten. Weitere 36,3 Prozent gehen von fünf MB aus. "Auch wenn eine Dateigröße von mehr als fünf MB nicht das Aus für eine Bewerbung bedeutet, sollte sich der entsprechende Wert schon auf die zwei MB zubewegen. Wichtig ist, dass der Anhang als pdf-Datei verschickt wird," so Nevado.

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Vorsicht bei sozialen Netzwerken

Chefs googeln gern - und viele informieren sich im Vorfeld eines Vorstellungsgesprächs in sozialen Netzwerken über den Kandidaten - und finden dort berufliche sowie private Details über den Bewerber. Immerhin 21,9 Prozent der Befragten scheinen das zu wissen und gaben an, kein Risiko einzugehen: Sie verzichten auf eine Mitgliedschaft. Weitere 35,7 Prozent achten darauf, in den Netzwerken nicht zu viel von sich preis zu geben.

Tipps von Online-Jobbörsen oder Bewerbungsportalen

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Tipps zum Thema Bewerbung holen sich Kandidaten kaum noch in Buchhandlungen. Die Mehrheit informiert sich diesbezüglich im Internet. 64 Prozent nutzen dazu Online-Jobbörsen, 45,3 Prozent zusätzlich spezielle Bewerbungsportale.

Quelle muss nicht Firmenwebsite sein

Was Personalverantwortliche erstaunen dürfte: Individuelle Anschreiben und Lebensläufe stehen bei Bewerbern nicht hoch im Kurs. So passen 51,4 Prozent in der Regel frühere Anschreiben dem aktuellen Stellenangebot an. Nur 46,7 Prozent erstellen jeweils ein individuelles Anschreiben. Ein einheitliches, standardisiertes Schreiben verwenden lediglich 1,9 Prozent. Wer im übrigen glaubt, er könne punkten, indem er darin als Quelle der Stellenanzeige die Firmenwebsite nennt, liegt falsch. "Diese Einschätzung ist ein Trugschluss. Verweist ein Kandidat auf eine Online-Jobbörse als Quelle, vermindert dies seine Chancen in keinster Weise. Zudem beweist er einen sicheren Umgang mit neuen Medien," so Expertin Nevado.

Absage ist kein Weltuntergang

Eine Absage ist für die meisten der befragten Fach- und Führungskräfte kein Grund, Trübsal zu blasen. 35 Prozent nehmen das nur zum Anlass, ihre Bewerbungsunterlagen zu verbessern, kaum weniger bewerben sich einfach weiter wie bisher. Als persönliche Niederlage empfinden nur 5,5 Prozent den negativen Bescheid.

Überraschung für Chefs

Manchen Chef, der glaubt, seinen Wunschmitarbeiter gefunden zu haben, könnte dagegen eine Überraschung erwarten: Laut stepstone-Studie bleiben nämlich 54,7 Prozent der Kandidaten auch nach einer Zusage weiterhin auf Jobsuche und damit ansprechbar für andere Unternehmen.

Mehr zum Thema:
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Quelle: t-online.de/business
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