
04.03.2009, 12:44 Uhr | manager-magazin.de / Manja Greß, dpa
Fürs Business sind lässige Outfits angesagt. (Foto: tmn)
Erst die schlechte Nachricht: Overalls sind diese Saison schwer angesagt. Da aber wohl nur ein Bruchteil der Bevölkerung die Figur dafür hat, geschweige denn den Drang verspüren dürfte, im Einteiler die Wurst zu geben, hier auch noch die gute Nachricht: Auch Anzüge und Kostüme sind wieder auf dem Vormarsch - lässiger denn je.
Ganz Mutige greifen in diesem Sommer zum Overall - ob in Jeans oder Jersey. Das allerdings ist eher ein Szenephänomen. Am anderen Ende der Stylingskala haben die Designer die Bürokleidung der Frau neu entdeckt. Mit unkonventionellen Schnitten und Details und neuen Stoffen haben sie Hosenanzug und Kostüm einer Verjüngungskur unterzogen.
"Der klassische Hosenanzug wartet jetzt mit neuen Details auf", hat Stilberater Georg Stiels aus München in den Sommerkollektionen beobachtet. Die Hose kürzer, verkürzte Arme, neue Blazerformen - all das hat er an den neuen Stücken gesehen. Neben Kleid und Bluse stünden "die sogenannten neuen Anzüge" im Zentrum der Mode bei den Frauen.
Dass gerade jetzt selbst das förmliche Outfit einer Verjüngung unterzogen wird, hat seinen Grund im Zeitgeist: "Alles muss sehr lässig und optimistisch wirken - selbst im Business", erläutert Elke Giese, Trendexpertin des Deutschen Modeinstituts in Berlin. Auch Elegantes müsse "entspannt" daher kommen. Das Tragegefühl sei nicht "offiziell", sondern orientiere sich an Begriffen wie "Flexibilität, Dynamik, Wohlfühlen".
Die Stylistin Stephanie Diekmann aus Berlin findet das praktisch: "Trage ich im Büro ein Kostüm oder einen schicken Hosenanzug, kann ich direkt nach der Arbeit zur After-Work-Party oder auf eine Vernissage gehen, ohne mich vorher umziehen zu müssen." Ihr zufolge wurde die frühere Strenge vor allem durch neue Materialien aufgebrochen. "Wo früher kratzige Baumwolle die Tragbarkeit zum Teil sehr einschränkten, sorgen heute kuschelige Materialien für den Wohlfühlfaktor - zum Beispiel mit Kaschmir veredelte Wollstoffe, Leinen und Seide."
Dabei stehen die Hosenanzüge in dieser Saison stilistisch ganz im Zeichen der Achtziger. Sie bestechen durch Einfachheit, komplettiert mit femininen Akzenten. Dabei sind Karottenhosen und überlange Blazer mit betonten Schulterpartien voll im Trend. Farblich verleihen Pastell-Nuancen wie bei Stella McCartney oder Giorgio Armani einen zusätzlichen Retro-Touch. Besondere Reversverarbeitungen, Einstecktaschen oder eingearbeitete Taschen zeigen Liebe zum Detail.
Burberry und COS zeigen Stücke mit Marlene-Hose, lässig weit fällt die Hose auch bei Benetton. Überlange Blazer finden sich zum Beispiel bei Windsor. Gerade wenn der Schnitt so modern daher kommt, gilt: Wer in Sachen Büro-Styling nichts falsch machen will, sollte eher zu dunkleren Tönen greifen, rät Diekmann. "Hosenanzüge in Schwarz, Dunkelblau oder Grau passen am besten in eine geschäftliche Umgebung. Ihre Trägerin strahlt damit Kompetenz und Seriosität aus."
Ein eleganter Hosenanzug könne aber ebenso am Abend wirken - die richtigen Accessoires vorausgesetzt. "Dick auftragen ist dabei erlaubt", sagt Ingo Brack von der Modeschule Esmod in München. "Weil sich der Hosenanzug ja eher etwas zurücknimmt, wirken auffällige Ohrringe, XL-Ketten und eine kleine, metallische Clutch-Schatulle besonders edel."
Neben dem Hosenanzug feiert das Kostüm ein Comeback. Auch hier sind neue Materialien, Muster und kreative Details ins Design eingezogen. So hat Wolfgang Joop für sein Label Wunderkind einen Blazer im Biker-Stil mit abgesteppten Schultern, Zipptaschen, bunten Knöpfen und Futter aus Seidensamt entworfen. Ralph Lauren kreierte einen taillierten Blazer aus Wolle mit Stehkragen und Einsatz mit Leopardendruck, paspelierte Taschen und Schößchen. Der schmale Rock reicht knapp über das Knie.
"Dazu lassen sich wunderbar farbige Strumpfhosen kombinieren - das liegt in dieser Saison absolut im Trend", sagt Brack. Kräftigere Frauen sollten allerdings lieber zu uni-farbenen Strümpfen greifen. An langen, schlanken Beinen sehen auch große Muster oder Spitze gut aus. "Trotzdem können auch kräftigere Frauen im Kostüm sehr gut aussehen - so lange sie nicht zu den schmal geschnittenen Kreationen greifen."
Neben dem richtigen Schnitt ist auch der Stoff beim Hosenanzug wichtig. Wolliges ist sehr warm und daher fürs Büro weniger geeignet. Dagegen fangen sommerliche Stoffe wie Leinen schnell an zu knittern, sagt Ingo Brack von der Modeschule Esmod in München. Hosenanzüge aus Mischgewebe sind daher praktischer für den Arbeitsalltag. Ein geringer Stretchanteil sorgt für den passenden Sitz.
manager-magazin.de / Manja Greß, dpa
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstössige Inhalte enthält.

SGB XII: Alle Nachfolgeregelungen zum Bundessozialhilfegesetz im Überblick. eBook Download
Lob oder verbale Klatsche: Wie gut können Sie Arbeitszeugnisse entschlüsseln? Quiz
Informieren Sie sich hier schnell und einfach über Ihre Konkurrenz und Partner. mehr
Aus für Yes Torty & Co.: Marketing-Experte erklärt, woran das liegt. Business-Blog
So vermeiden Sie ganz einfach Unfälle und Strafzettel beim Auto fahren. POICON POI Pilot 3000