suchen mit

Informationen für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer zum Thema Personal bei t-online.de/business.

Infos für Selbstständige und Freiberufler zum Thema Personal bei t-online.de/business.

Business-Etikette fürs Ausland

RSS-Feed
Leserbrief
Artikel versenden
Schrift vergrößern
Schrift verkleinern
Drucken

Perfekter Auftritt im internationalen Geschäft

Erschienen am 08. April 2008 | FTD/Kai Oppel
 (Foto: Archiv)
(Foto: Archiv)
Beim internationalen Geschäftstermin zählt mehr als nur die Sprachkompetenz. Interkulturelle Fähigkeiten werden in einer globalen Welt immer wichtiger. München, 8 Uhr, Monday-Morning-Meeting: Marketingchef Müller tritt räuspernd vor die Runde: "Guten Morgen. Nachdem wir uns beim Kick-off-Meeting darauf committed hatten, die Conversion-Rate anders zu berechnen, performt das New Business besser." Gelangweilt schreiben die zehn Teilnehmer mit. Was sich in hiesigen Unternehmen abspielt, führt bei vielen Geschäftsleuten im Ausland zu einem bösen Erwachen.

Test - Wie gut haben Sie den Auslandsknigge drauf?
Gute Manieren im Job? - Testen Sie Ihre Umgangsformen
Tipps rund um den Benimm - Großes Business-Knigge Special
Test - Sind Sie ein Englisch-Profi
Download - eBook So gelingt Ihre Geschäftsreise

Anzeige


Englisch: mangelhaft

"Obwohl sie bei Meetings zur Hälfte englisch sprechen, müssen sie feststellen, dass sie die Sprache nicht richtig beherrschen", sagt Stephen Macfarlane, Leiter der Sparte interkulturelle Trainings bei der Sprachschule Berlitz. Eine ähnliche Erfahrung machte Geraldine Schell, die nach drei Jahren in einer Londoner Werbeagentur wieder in Deutschland arbeitet.

Verständnisprobleme im Ausland

In Deutschland werde in der Werbebranche das "Warum?" oftmals mit dem Begriff "reason to believe" umschrieben und mit "r.t.b." abgekürzt. "Interessanterweise wird diese Wortkombination in England seltener als hier verwendet." Während Denglisch in teutonischen Konferenzräumen entweder dazu führt, dass sich einige Teilnehmer enorm wichtig fühlen und andere Teilnehmer lachend Bullshit-Bingo spielen, führen falsch verwendete englische Vokabeln im Ausland zu Verständigungsproblemen.

Missverständnisse sind programmiert


"Bei internationalen Meetings kommt es zu Missverständnissen, weil die Wörter bei jedem eine unterschiedliche Bedeutung haben", sagt Macfarlane. Das Wort committed beispielsweise habe im Englischen eine tiefere Bedeutung als die bei deutschen Meetings beigemessene Verbindlichkeit. Committed bedeute, dass jemand mit Herz und Seele an ein Projekt glaubt.

Download - eBook Business Knigge international
Download - eBook Knigge für Beruf und Karriere

Deutsche Direktheit ist im Ausland verzichtbar


Mehr noch als die Sprache bereitet es Managern allerdings Schwierigkeiten, die Besonderheiten der fremden Geschäftskultur zu erkennen - und sie bei Besprechungen und Terminen zu berücksichtigen. Obwohl sie die jeweilige Landessprache beherrschen, stolpern sie etwa in Ländern wie England, Amerika, Indien oder auf dem asiatischen Kontinent über ihre deutsche Direktheit.

Seminare für Interkulturelles Management


So erinnert sich Daniela Puzzovio, die als Deutsche für den Chemie- und Pharmakonzern Bayer nach Amerika ging: "Nach einiger Zeit erklärte mir mein Chef, dass eine Mitarbeiterin wegen mir geweint hätte, weil ich zu hart gewesen sei." Von diesen und anderen Erfahrungen können Manager heute in ihrem Institut für angewandte Kreativität (IAK) in New York lernen, wo sie als Gesellschafterin unter anderem Seminare in interkulturellem Management anbietet.

Im Meeting erst positive Aspekte nennen


Auch hier erging es Geraldine Schell bei ihrer ersten Beurteilung in London ähnlich. "Man sagte mir, ich sei zu harsch." In Deutschland sagt in einem Meeting ein jeder, was jemand schlecht oder falsch gemacht hat. In England indes werden erst positive Dinge genannt. Erst danach kommt der Hinweis, es etwas anders zu gestalten.

Deutsche Sprache wird als zu direkt empfunden


Doch nicht nur die direkte Kritik hiesiger Manager kommt harsch rüber, auch ihre Sprache. Dies liegt nicht nur am fehlenden Singsang und deutschen Akzent - sondern am freundlicheren Englisch an sich. "Die englische Höflichkeit prägt sich in der Sprache aus", sagt Macfarlane mit Blick auf die Überkonjunktivierung. Während ein Engländer sagt: "Wäre es möglich, dass sie uns die Folien zeigen würden?", sagt ein Deutscher: "Zeigen Sie uns bitte die Folien."

Falsches Verhalten kann Erfolg eines Projekts gefährden


Das Ergebnis: Ausländische Geschäftspartner sind schnell zutiefst verletzt, wenn Deutsche mit der in Deutschland als Kniggetugend geschätzten Ehrlichkeit in einem Meeting nicht hinterm Berg halten. Obwohl Deutsche die Sprache beherrschen, gefährden sie unbewusst den Erfolg eines Projekts.

Deutschen entgeht leise Kritik


Zudem erkennen Deutsche oft verdeckt geäußerte Kritik nicht. Einige übersetzen "Tiny Problem" als winziges Problemchen und fragen sich, warum es nicht vorwärts geht. Andere sind bei internationalen Meetings frustriert, weil sie nicht wissen, woran sie sind.

Meetings verfolgen im Ausland einen anderen Zweck


"Die indirekte Kommunikation wird als schwammig interpretiert", sagt der in Südafrika aufgewachsene Macfarlane. Er weist darauf hin, dass Meetings im Ausland eine völlig andere Bedeutung zukommt als zwischen Hamburg und München. "Ziel eines Termins ist meist nicht wie gewohnt der Konsens oder eine Entscheidung, sondern das Sammeln von Meinungen und Standpunkten."

Wer auf der Tagesordnung besteht, stößt an


Wer die indirekte Kommunikation und die Sprache beherrscht, sollte sich laut Macfarlane deshalb auch stets auf eine andere Meetingkultur einstellen. "Das Abarbeiten der Agenda ist unüblich." Puzzovio ist zu einigen Terminen nicht mehr eingeladen worden, weil die amerikanischen Kollegen genug hatten von ihrem Beharren auf der Tagesordnung.

Einstieg in Besprechungen mit Small Talk


Die andere Herangehensweise an Besprechungen wird laut Schell bereits zu Beginn einer Besprechung deutlich. "Die Atmosphäre ist wesentlich lockerer. Anstatt sofort ins Thema einzusteigen, gibt es stets eine lustige Episode oder Small Talk."

Humor ist in England Pflicht


Doch zehn Minuten nicht über das Thema zu sprechen, bedeutet für viele Deutsche, Zeit zu verschenken. "Während Humor in England Pflicht ist, wird es von vielen Deutschen als unseriös interpretiert." Damit sich Manager besser auf internationale Meetings vorbereiten können, bieten Sprachschulen und Trainer seit Jahren verstärkt interkulturelle Kurse an.

Anzeige
Quelle: FTD/Kai Oppel
RSS-Feed
Leserbrief
Artikel versenden
Schrift vergrößern
Schrift verkleinern
Drucken

Anzeige

.
.

eBOOK SHOP

Berufliche Ziele 2009 anpacken und umsetzen (Foto: eLoad24)

Haben Sie sich dringend notwendige Kurskorrekturen vorgenommen?

eBook Download

.

Video: Tipps vom Anwalt

Personalakte - was steht drin? (Foto: Sevenload)

Personalakte: Was gehört rein und wer darf sie lesen?

Video starten

.

Rund ums Personal

Finden Sie Weiterbildungsangebote, Personalservices u.v.m. in Ihrer Nähe:
Was?
Wo?
.

Anzeige

Bewerber sollten Ihre Online-Reputation überprüfen. (Foto: Archiv)

Achten Sie auf Ihren guten Ruf: So ge- stalten Sie Ihren Online-Auftritt perfekt.

Ruflotse

.
.
t-online.de shop

Brother Fax – 1360

Faxgerät und Kopierer in ansprechendem Design.
.

Login

FIRMENAUSKUNFT

eBOOK-ABFRAGE


Anzeige