Zur Startseite t-online.de
Sie sind hier: Business > Recht >

Erfindungen: Der schnelle Weg zum Patent

...
Für t-online.de/business von Financial Times Deutschland

Durchschnitt aller Bewertungen: 0 Sterne

(0)
Schriftgröße ändernSchriftgröße ändern Schrift
mehr drucken

Der schnelle Weg zum Patent

04.11.2009, 10:28 Uhr | FTD, Wilko Steinhagen

Patent anmelden für Innovationen (Foto: Imago)

Patent anmelden für Innovationen (Foto: Imago)

Patentanmeldungen gelten als langwierige und komplizierte Prozesse. Es gibt aber auch Möglichkeiten, das Prozedere einfacher zu gestalten.

Aufwendiges Prüfverfahren

Wer schon einmal ein Patent angemeldet hat, weiß, wie langwierig und mühsam der Prozess ist. Zwei bis sechs Jahre können vergehen, bis eine Erfindung endgültig geschützt ist. Grund ist das aufwendige Prüfungsverfahren. Das Patentamt kontrolliert nämlich, ob nicht irgendwo auf der Welt schon einmal etwas Ähnliches angemeldet worden ist. Wenn dann auch noch technische Details geklärt werden müssen, zieht sich der Prozess noch weiter in die Länge.

Beschleunigung des Prozesses

Viele Firmen helfen sich deshalb mit einem Trick. Sie melden gleichzeitig mit dem Patent ein Gebrauchsmuster an, das unbürokratischer und schneller erteilt wird, weil das aufwendige Prüfverfahren wegfällt. Schon nach zwei Monaten kann so ein Kopierschutz geltend gemacht werden. Der Nachteil: Ein Gebrauchsmuster garantiert nur zehn Jahre Schutz vor Plagiaten. Ein Patent hingegen 25 Jahre.

Erleichterung durch standardisiertes Verfahren

Weil das alles so kompliziert ist, hat der Patentanwalt Jörg Schönen ein standardisiertes Verfahren entwickelt, das kleinen Unternehmen und Einzelpersonen die Patentanmeldung erleichtert: Er gibt seinen Mandanten einen Fragebogen, auf dem sie die technischen Details ihrer Erfindung skizzieren. Schönen übernimmt dann die juristische Abwicklung.

Vertane Chance

Externe Dienstleister "Viele kleinere Firmen kapitulieren schnell vor den Anforderungen und Bestimmungen, die das Patentamt an eine Anmeldung stellt", sagt Schönen. Je einfacher man es ihnen mache, desto eher würden sie den Gang zum Patentamt wagen. Viel schwerwiegender aber sei, dass viele aus Unwissenheit ihre Neuheiten erst einmal ihren Kunden präsentieren. Ein Kapitalfehler, denn danach ist eine Anmeldung als Patent nicht mehr möglich.

Abteilung für Innovationen

Um solche Fehler zu vermeiden, haben mittlerweile etliche Unternehmen Abteilungen eingerichtet, die sich als Dienstleister für Innovatoren und Erfinder verstehen. Beim norwegischen Aluminiumhersteller Hydro Aluminium heißt diese Abteilung "Rolled Vision Team". Vier Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um neue Ideen, die entweder von Mitarbeitern oder Kunden mit Sonderwünschen kommen. Das Team, dem neben Technikern auch Vertriebler angehören, betreut dann die Ideen bis zur Markteinführung.

Ideenreiche Mitarbeiter sind gefragt

"Der Zuspruch ist so groß, dass wir über eine personelle Aufstockung der Abteilung nachdenken", sagt Willi Schenkel, im Rolled-Vision-Team für den Kontakt zu Kunden zuständig. Auch der Hersteller von Mess- und Füllstandsensoren Endres & Hauser aus Weil am Rhein leistet sich eine eigene Abteilung, die sich um Innovationen kümmert.

Beste Erfindung wird belohnt

"Wir betrachten uns als reine Dienstleister für die Innovatoren", sagt Christian Hahn, Patentanwalt bei Endres & Hauser. Das Unternehmen kürt darüber hinaus jedes Jahr die beste Erfindung aus dem Mitarbeiterkreis und verleiht dafür einen Preis in Höhe von 10.000 Euro.

Das Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen

Die meisten Patente meldet jedes Jahr noch immer der Großkonzern Siemens an. 2008 waren es immerhin 5.500 Stück - das sind 37 Anmeldungen pro Arbeitstag. Nicht alle Patente, die Siemens anmeldet, werden auch automatisch zu Produkten.

Patente verkaufen

"Manches melden wir an und suchen uns dann eine Firma, die mit der Idee viel mehr anfangen kann als wir. Wir verkaufen eine Lizenz und verdienen trotzdem an unseren Ideen", sagt Max Fleischer, Entwicklungsleiter für chemische Sensoren bei Siemens. Lizenzen und Patente können nämlich bei späteren Expansionen oder Joint Ventures als Teil der Verhandlungsmasse nützlich sein.

FTD, Wilko Steinhagen  

Bitte geben Sie eine Bewertung ab

bewerten
Inhalt versenden versenden
Leserbrief an die Redaktion

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr

Artikel versenden

Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
     
 

Inhalt verlinken

 

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat.

 
Bookmarken:
google
mrwong
Yahoo
DelIcioUs
oneview
MySpace
Linkarena

Kommentare (0)

Thema: "Erfindungen: Der schnelle Weg zum Patent"

Es sind noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstössige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

eBook Shop

Gekündigt - was nun?

Gekündigt - was nun? (Foto: Haufe)

Wichtige Orientierungshilfen für den Fall der Kündigung. Was Sie jetzt tun können. eBook Download

Jobwechsel

Zeugnisse verstehen

Nicht immer leicht zu durchblicken: Arbeitszeugnisse. (Foto: Imago)

Lob oder verbale Klatsche: Wie gut können Sie Arbeitszeugnisse entschlüsseln? Quiz

Firmenauskunft

Firmenauskünfte abrufen

Firmenauskünfte (Foto: Imago)

Informieren Sie sich hier schnell und einfach über Ihre Konkurrenz und Partner. mehr

Business-Blog

Nutzerfreundliche Websites

Business-Blog: Nutzerfreundliche Websites (Foto: Imago)

Struktur, Design, Sprache: Experte erklärt, worauf Sie unbedingt achten sollten. Business-Blog

t-online.de Shop

Ohne Umwege ans Ziel

Navigon 40 Premium TMC, RadarInfo, XL-Display, Bluetooth

Top-Navi mit aktivem Fahrspur- Assistenten & Karten für 43 Länder. Navigon 40 Premium

Anzeige
Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2010

Anzeige