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Weiter vorn dank neuem "Plop"

Erschienen am 09. November 2009 | B. von Gyldenfeldt, dpa / t-online.de/business
Die Flensburger Brauerei will mit einem neu entwickelten Bügelverschluss wettbewerbsfähig bleiben.  (Foto: flens.de)
Bügelverschluss einer Flensflasche. (Foto: flens.de)
Flensburger Pils - das "Plop" beim Öffnen der Flasche ist Kult - und das nicht nur in Deutschlands Norden: "Flens"-Fans finden es cool, den Bügelverschluss geräuschvoll zu lösen. Genau dieses "Plop" könnte aber noch besser klingen, fanden die Flensburger Brauer. Sie haben keine Kosten und Mühen gescheut, um den Verschluss zu optimieren - und das nicht nur als reinen Werbegag.

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"Ploppt besser denn je"

"Plop". Und noch mal: "Plop". Ulrich Beuth macht eine Flensflasche auf, eine zweite, und ist zufrieden. "Unser Bügelverschluss ploppt besser denn je", findet der Marketingleiter der Flensburger Brauerei. Einfach sei es nicht gewesen, dass die Biertrinker ein zuverlässiges "plop" hören. Mehrere Jahre Forschung und Entwicklung und mehrere Millionen Euro hat es die Privatbrauerei gekostet, ihren Bügelverschluss zu verbessern.

Kritik an der Finanzierung des Projekts

Auch das Land Schleswig-Holstein beteiligte sich an den Kosten, indem es EU-Fördermittel für die Entwicklung bereitstellte. Für diese Entscheidung gab es vor zwei Jahren viel Kritik. Es werde ein Werbegag finanziert, das Geld hätte besser für soziale Projekte ausgegeben werden sollen, hieß es. Für die Brauerei, die seit 1888 Bier in Bügelflaschen verkauft, geht es jedoch nicht in erster Linie um das "Plop", sondern um viel mehr: "Nur so können wir mit dem Bügelverschluss wettbewerbsfähig bleiben", sagt Beuth. Bisher waren Kronkorken qualitativ die besseren Verschlüsse und aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit nicht so anfällig wie ein Bügelverschluss.

Vier Millionen Euro für neuen Bügelverschluss

Fast vier Millionen Euro - eine davon waren die besagten Fördermittel - hat die Privatbrauerei aus dem Norden daher in den vergangenen Jahren in die Entwicklung der neuen Verschlüsse gesteckt. Die Geometrie im unteren Bereich des Verschlusskopfes wurde neu gestaltet und die "Passgenauigkeit um ein Vielfaches" erhöht, sagt Beuth. Zudem werden die Dichtungsscheiben jetzt aus einem neuen, speziell für diese Art der Anwendung entwickelten Material hergestellt, das nur sehr wenig Gasaustausch zulässt. "Damit liegt dieser Wert beim Bügelverschluss erstmals auf dem Zuverlässigkeitsniveau eines Kronkorkens", sagt Beuth.

Zufrieden mit der Entwicklung

Auch im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium, das die Förderung trotz der Kritik bewilligt hatte, ist man mit der Entwicklung zufrieden. Es gebe keinen Grund für Beanstandungen, sagte ein Sprecher. Die Mittelverwendung sei nach Abschluss der Forschungen Ende 2008 geprüft und für ordnungsgemäß befunden worden.

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Sicherung und Ausbau von Arbeitsplätzen

Die Investitionen zahlen sich nach Angaben Beuths bereits aus. Nicht nur konnte der Flaschenbier-Absatz der Flensburger im insgesamt rückläufigen Biermarkt von Januar bis September um 4,2 Prozent gesteigert werden. Auch wurden im Bereich der Bügelmontage acht neue Arbeitsplätze bei einem kooperierenden Unternehmen sowie drei in der Brauerei selbst geschaffen, sowie 40 Arbeitsplätze gesichert. Die Investitionen in die Qualitätssicherung zahlten sich somit nicht nur für die Biertrinker, sondern auch für die Beschäftigten aus, deren Arbeitsplätze langfristig gesichert würden, sagt Beuth.

Flensburger unter den führenden Bügelverschluss-Anbietern

Am gesamten deutschen Biermarkt haben die Flensburger einen Anteil von weniger als einem Prozent; allerdings gehört die Brauerei mit einem Anteil von 13,2 Prozent bundesweit zu den führenden Bügelverschluss-Anbietern - auch und gerade weil der Bügelverschluss jahrelang ein Alleinstellungsmerkmal der Flensburger war. Mittlerweile haben auch andere Brauereien den originellen und praktischen - da ohne Zubehör zu öffnenden und wiederverschließbaren - Verschluss wiederentdeckt und gewinnen teils stark an Marktanteilen hinzu.

Umstellung auf neuen Bügelverschluss dauert noch

Insgesamt sind etwa 40 Millionen Flensflaschen mit Bügelverschlüssen im Umlauf. Mit der Umstellung auf die neuen Köpfe ist Anfang des Jahres begonnen worden. Bis alle dieser Mehrwegflaschen Flenstrinker mit ihrem zuverlässigen "plop" erfreuen können, dauert es nach Angaben der Brauerei noch einige Jahre - und kostet die Brauerei noch einmal mehr als fünf Millionen Euro.



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Quelle: B. von Gyldenfeldt, dpa / t-online.de/business
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