13.07.2009, 12:49 Uhr | t-online.de/business
Was Mitarbeiter an ihrem Chef lieben. (Foto: Imago)
Autoritär oder teamorientiert, durchsetzungsstark oder auf Harmonie bedacht? Unter einem guten Chef verstehen die Mitarbeiter in jedem Land etwas anderes. Das Münchener geva-institut hat untersucht, wie unterschiedlich die Erwartungen der Mitarbeiter gegenüber ihren Chefs in den verschiedenen Ländern sind und wir stellen Ihnen die Ergebnisse vor.
Entschlusskraft und Durchsetzungsfähigkeit erwarten 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer von ihren Chefs. Zugleich arbeiten die Deutschen gerne selbstverantwortlich. Dementsprechend sagen drei von vier Befragten, dass eine Führungskraft ihren Mitarbeitern einen ausreichenden Entscheidungs- und Handlungsspielraum gewähren sollte. Allerdings dürfen deutsche Chefs ruhig noch mehr loben: Nur die Hälfte der Deutschen hat das Gefühl, dass ihre Arbeitsleistung ausreichend geschätzt wird.
Führungsstile gibt es unterschiedliche - von autoritär bis demokratisch. In dem Ratgeber "Checkbuch für Führungskräfte" (Haufe) werden sieben unterschiedliche vorgestellt. Autor Reinhold Haller warnt davor, sich auf nur einen Führungsstil zu beschränken und rät zugleich, die Person des Mitarbeiters jeweils zu beachten. So delegiert, unterstützt, trainiert oder lenkt die Führungskraft ihre Mitarbeiter, je nach deren persönlicher Haltung.
Und so ist der Studie zufolge in Spanien und Frankreich ist ein eher autoritärer Führungsstil von Vorteil. Denn hier erwarten Mitarbeiter von ihrem Vorgesetzten genau gesagt zu bekommen, was sie zu tun haben. In Entscheidungsprozessen nach ihrer Meinung gefragt zu werden, ist für sie nur wenig motivierend und wird dem Chef eher als Führungsschwäche ausgelegt.
Ganz anders ist das in Schweden: Hier pflegen Vorgesetzte ein partnerschaftliches Verhältnis zu ihren Mitarbeitern: Denn nur jeder Sechste möchte von seinem Chef stets genaue Anweisungen erhalten, was er tun soll. Stattdessen werden teamorientierte Führungskräfte bevorzugt, die lediglich grobe Handlungsrichtlinien vorgeben und für Gleichbehandlung, Solidarität und ein gutes Betriebsklima sorgen.
Soft Skills haben bei den US-Amerikanern einen hohen Stellenwert: Mehr als 80 Prozent der befragten Angestellten heißen es für gut, wenn ihr Vorgesetzter auf seine Intuition vertraut. Auch Weitsicht gehört für die Erwerbstätigen in den USA zu den grundlegenden Führungsqualitäten: Drei von vier Befragten geben an, dass Führungskräfte zukunftsorientiert handeln sollten und nicht nur kurzfristige Unternehmensziele ins Auge fassen dürfen.
In vielen asiatischen Ländern streben die Mitarbeiter vor allem nach Harmonie, die unter anderem durch die Unterordnung gegenüber dem Vorgesetzten gewahrt wird. Angestellte aus Japan, Taiwan und Südkorea sehen sich im internationalen Vergleich daher am wenigsten in der Lage, ihren Vorgesetzten auch einmal zu kritisieren, wenn sie unterschiedlicher Auffassung sind. Die chinesischen Befragten finden zudem, dass Vorgesetzte vor allem nach Konsens streben sollten.
Das geva-institutbefragte rund 11.000 Berufstätige - vom angelernten Arbeiter bis zum hoch qualifizierten Manager - in 25 Ländern zum bevorzugten Führungsstil.
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