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EADS verliert gegen Mittelständler

08.01.2010, 9:47 Uhr | dpa / t-online.de/business

OHB Technology AG: Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs des Satellitenherstellers aus Bremen  (Foto: ddp)

OHB Technology AG: Vorstandsvor- sitzender Marco Fuchs des Satellitenhersteller (Foto: ddp)

Wieder einmal hat der Mittelstand das Rennen für sich entschieden, der Standort Deutschland beweist sich und ein Großkonzern geht leer aus. Denn das Bremer Unternehmen OHB darf 14 von 22 Galileo-Satelliten bauen und zog damit einen 566 Millionen Euro schweren Auftrag an Land. Die EU-Kommission so den Startschuss für die heiße Phase des umstrittenen und mehrfach verschobenen Milliarden-Projekts.

Galileo statt GPS

Galileo ist Europas Antwort auf das amerikanische Satelliten-Navigationssystem GPS. OHB setzte sich gegen den großen Konkurrenten EADS durch. Die EADS-Tochter Astrium könnte aber später noch zum Zug kommen. Die Raketen-Betreibergesellschaft Arianespace soll die Satelliten ins All bringen.

Arbeit soll endlich starten

Nach der jahrelangen Hängepartie kann nun die Arbeit beginnen. "Mit diesen Aufträgen von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro schließen wir eine entscheidende Phase des Galileo-Programms ab", sagte Verkehrskommissar Antonio Tajani. Das Projekt hat sich seit Jahren verschoben. Nachdem Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gescheitert waren, schrieb die EU das Projekt 2008 neu aus.

Fertigung in Bremen

Der Bremer Konzern OHB soll die ersten Geräte, die nach Unternehmensangaben in Bremen gefertigt werden, 2012 liefern. Die britische Tochter Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) werde die "Navigationsnutzlast" entwickeln und OHB bei der Endmontage der Satelliten unterstützen, teilte das Unternehmen mit. Aufträge für die restlichen 18 Satelliten sollen laut EU-Kommission ebenfalls an die OHB System AG oder an die EADS Astrium GmbH vergeben werden.

3,4 Milliarden Euro Kosten

Die von OHB gebauten Satelliten werden das Rückgrat des Systems bilden. Das Projekt soll nach heutigem Stand insgesamt 3,4 Milliarden Euro kosten und Anfang 2014 in Betrieb gehen - später als bislang geplant. Mit Galileo wollen die EU und die Europäische Weltraumorganisation ESA die Vormachtstellung des US-Dienstes GPS (Global Positioning System) brechen. Die EU-Kommission bezeichnet Galileo als das wichtigste Infrastrukturprojekt der nächsten Jahre.

Ohne militärische Kontrolle

Galileo soll von 2014 an Autofahrern, Rettungsdiensten und Landwirten eine genaue Ortung bieten. Insgesamt sollen 30 Satelliten in mehr als 23.000 Kilometern die Erde umkreisen und Signale zur Erde senden. Im Gegensatz zum US-System GPS steht Galileo nicht unter militärischer Kontrolle.

Hoffnung auf Zehntausende Jobs in Europa

Mitten in der Wirtschaftskrise hofft die EU-Kommission, mit Galileo in den nächsten Jahren Zehntausende Jobs in Europa zu schaffen. Mit dem Auftrag entstünden hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland, betonte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Berlin. "Ich freue mich sehr, dass sich das Know-How der deutschen Raumfahrtunternehmen durchgesetzt hat."

dpa / t-online.de/business  

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