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GehälterMit Bonus gibt der Mitarbeiter GasErschienen am 15. September 2008 | Financial Times Deutschland/ Gudrun Kosche
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Gute Gehälter trotz schlechter WirtschaftsaussichtenAttraktive Vergütungssysteme kommen in Branchen, die besonders qualifizierte Fachkräfte brauchen, immer mehr zum Einsatz - auch wenn die allgemeine Wirtschaftslage krankt. So beklagt die Finanzbranche dem Finanz-Personaldienstleister Robert Half Finance & Accounting zufolge einen "starken Mangel an qualifizierten Fachkräften". Und der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) meldet im Internet mehr als 8000 offene Stellen.Arbeitgeber werden kreativDieser Engpass macht Arbeitgeber kreativ. Das IT-Unternehmen Novell etwa umgarnt Mitarbeiter und potenzielle Kandidaten mit einem Paket aus Gehaltsmodellen und Beteiliungsprogrammen. Mitarbeiter können etwa Novell-Aktien an Stichtagen zu einem Preis kaufen, der fünf Prozent unter dem öffentlichen Kaufpreis liegt. "Damit wollen wir uns am Arbeitsmarkt entsprechend positionieren", sagt Michael Schwalge, der als Director HR Central Europe für 630 Mitarbeiter bei Novell und Suse Linux verantwortlich ist.Download - eBook Vergütung Download - eBook Jetzt wechsle ich den Job! Bonus bis zu 50 ProzentZudem werden alle Mitarbeiter nach einem Bonusmodell bezahlt, wonach das Gehalt aus einem Grundgehalt und einem leistungsorientierten variablen Anteil besteht - eine übliche Regelung bei Softwareherstellern. Außergewöhnlich indes ist bei Novell das so genannte "Commission"-Modell für Vertriebler und vertriebsnahe Positionen, wonach der variable Anteil bis zu 50 Prozent erreichen kann, und das ausgeklügelte System der so genannten "Akzeleratoren".Doppelt oder vierfach ausgezahlter Bonus"Darunter verstehen wir die überdurchschnittliche Auszahlung von Leistungen ab 101 Prozent Zielerreichung", erklärt Schwalge. "Wer mehr als 100 Prozent des zuvor definierten Umsatzziels erreicht, erhält den Bonus für darüberliegende Prozentpunkte beispielsweise doppelt oder vierfach ausgezahlt." Die Mitarbeiter seien mit dem Modell glücklich. Auch Novell profitiert davon: Das Wachstum in den letzten acht Quartalen, seitdem das Neukundengeschäft für Vertriebler zusätzliche Anreize hat, belegt das.Realistische Zielsetzung wichtig"Wichtig für die Akzeptanz von Bonussystemen ist vor allem eine realistische Planung von Zielen, damit es auch zu einer Auszahlung kommen kann", sagt Jochen Ruetz, Finanzvorstand des IT-Dienstleisters GFT Technologies aus Stuttgart. Auch GFT belohnt Leistung mit einem Bonus, der neben dem Senioritätslevel der Mitarbeiter vor allem vom Konzerngewinn und der persönlichen Zielerreichung abhängt.Bis zu 145.000 Euro jährlichBesonders wirksam sind Boni in Märkten, die schon gute Festgehälter zahlen, allen voran die Mikrochipsbranche. "Application-Manager mit vier Jahren Produkterfahrung verdienen inklusive Bonus ingesamt bis zu 145.000 Euro jährlich", ermittelte Dieter A. Graf von Reischach, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Interconsult in Vaihingen-Enz, in der Studie "Gehaltsvergleich in der Hi-Tech-Industrie".Aktien zu günstigen KonditionenPersonalmanager in diesen Branchen, die Mitarbeiter motivieren wollen, haben es am leichtesten. Während der Kauf von tatsächlich gehandelten Aktien zu günstigeren Konditionen ein erfolgreiches Anreizmodell ist, will angesichts der Börsenbaisse kaum einer mehr etwas von Stock-Options wissen. "Aktienoptionen haben weiterhin keine große Attraktivität", sagt von Reischach.Beteiligung am StammkapitalDie Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg wird vor allem bei Startups großgeschrieben, die sich gute Gehälter zwar leisten müssten, aber nicht immer können. "Einschnitte im Gehalt können nur durch die Beteiligung am Stammkapital eines Startups langfristig aufgewogen werden", erklärt Christoph von Einem, Partner und Rechtsanwalt bei der Kanzlei White & Case in München. "Wenn das Startup ein Erfolg wird, können Gründer, die andernfalls für 80.000 Euro in der deutschen Großindustrie arbeiten, noch immer leicht zu Millionären werden." Wenn das kein Anreiz ist.
Weitere ThemenBusinessQuelle: Financial Times Deutschland/ Gudrun Kosche |
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