
12.10.2009, 16:14 Uhr | FTD, Annika Stenzel
Eine Berliner Firma gestaltet individuelle Geschenkgutscheine. (Foto: Imago)
Geschenkgutscheine sind unkreativ? - Nicht unbedingt. Auf Donanda.de können User sogar Gutscheine für das Café um die Ecke kaufen - und selbst gestalten.
Ach, Simons Geburtstag ist schon morgen? Was schenke ich dem bloß?" Menschen, die sich selbst öfters solche Sätze sagen hören, wissen es zu schätzen, dass irgendwann einmal die Geschenkgutscheine erfunden worden sind. Aber besonders persönlich sind die nicht. Schon gar nicht, weil es oft nur die immergleichen großen Ketten sind, deren Kino- oder Büchergutscheine den Beschenkten überreicht werden.
Ein Gutschein für den Secondhandladen um die Ecke oder für ein Café - das wäre individuell, dachten sich Wolfgang Schmidt, Stephan Droste, Michael Henning und Andre Tzschaschel. Die vier Berliner entwickelten ein kombinierbares regionales Gutscheinsystem: Donanda.
Im Juni ging Donanda online. Die Nutzer können Gutscheine für kleine Läden aus der Nachbarschaft kaufen. Zu einem Wert, den sie selbst festlegen. Und den sie auf bis zu fünf Angebote aufsplitten können. "So kann man eine Shoppingtour mit anschließendem Cafébesuch verschenken", sagt Tzschaschel. Zudem können die Käufer die Gutscheine am Bildschirm individuell gestalten und per Post verschicken. Wer spät dran ist, zahlt mit Kreditkarte und druckt sich den Gutschein selbst aus.
65 Händler und Gastronomen in Berlin und Thüringen konnte Donanda bislang gewinnen. Darunter sind kleinere Boutiquen, Kioske, Gastronomen und Trödelhändler. Große Ketten, Kaufhäuser oder Tankstellen sprechen die Gründer nicht an. "Wir wollen kleine Händler fördern." Die kennzeichnen sich mit Aufklebern an ihren Schaufenstern als Donanda-Partner. Zahlen müssen sie erst, wenn ein Gutschein eingelöst wird. Zehn Prozent des Einkaufswertes gehen dann an Donanda.
Noch rechnet sich dies nicht. "In erster Linie verdienen die Händler", sagt Tzschaschel, "aber mittelfristig wollen auch wir uns und unsere Familien ernähren können." Demnächst wollen die Gründer Donanda darum auf andere Städte und Produkte ausweiten. Selbst Gutscheine für U-Bahn-Tickets soll es bald geben.
Tzschaschel weiß, dass bis dahin noch viel Arbeit vor ihm liegt. Aber er nimmt es gelassen. Entspannen kann er bei seinem neuen Hobby: durch Berlin spazieren. Und das am besten in Ecken der Stadt, an denen er sich nicht auskennt. "Dort schaue ich mich um, ob es mögliche Partner für Donanda gibt", sagt Tzschaschel: "Seitdem gehe ich mit offeneren Augen durch die Stadt."
FTD, Annika Stenzel
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