
04.11.2009, 15:34 Uhr | FTD, Teresa Goebbels
Twitter kann man auch als Jobvermittlung verwenden. (Foto: Imago)
Den Microblog-Dienst Twitter kann man nicht nur für sinnfreie Kurznachrichten verwenden, sondern auch als Jobvermittlung. Das Start-up Jobtweet zeigt, wie das geht.
Twitter? Das ist doch der Kurznachrichtendienst im Internet, auf dem jeder mit maximal 140 Zeichen veröffentlichen kann, was ihm gerade in den Sinn kommt. Ein Online-Spielplatz. Doch jetzt ist Schluss mit lustig.
Denn auch Unternehmen nutzen den Dienst, etwa um Stellenanzeigen zu veröffentlichen. Doch eine entsprechende Suchfunktion fehlte bislang. So bekam der Schreiner aus Hamburg auch Angebote für Krankenschwestern in München, sagt Jan Kirchner: "Firmen und Stellensucher redeten aneinander vorbei." Gemeinsam mit Alexander Fedossov entwickelte Kirchner darum die Website Jobtweet. Seit März können Unternehmen darüber Stellenangebote auf Twitter einstellen und Bewerber selbst Angebote suchen - gefiltert nach Beruf und Ort. Möglich sind auch Suchen in den Profilangaben der Twitter-Nutzer.
Technische Anlaufschwierigkeiten, die vor allem mit dem Programmieren zusammenhingen, haben die zwei 30-jährigen Gründer überwunden. Jetzt konzentrieren sie sich darauf, Jobtweet publik zu machen. Dabei hilft die wachsende Popularität von Twitter. "Anfangs haben die Personaler in den Unternehmen verhalten auf unser Konzept reagiert", sagt Kirchner. Mit dem sprunghaften Wachstum von Twitter - die Nutzerzahlen stiegen um fast 1400 Prozent innerhalb eines Jahres - hätte sich dies schnell gelegt.
Arbeitssuchende können Jobtweet gratis nutzen. Arbeitgeber zahlen ebenfalls nichts, solange sie Vakanzen selbst eintragen. Erst wenn ein Unternehmen Jobtweet beauftragt, seine Stellenangebote einzustellen, fallen Kosten an. Diese Dienstleistung lohne sich vor allem für größere Unternehmen, die viele Stellen ausschreiben, sagt Kirchner. Außerdem sorge Jobtweet dafür, dass die entsprechenden Einträge auch länger als zwei Wochen noch gefunden werden, anders als sonst bei Twitter üblich. "Twitter hat mit seinem Dienst noch kein Geld verdient", sagt Kirchner: "Wir schon."
FTD, Teresa Goebbels
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