05.06.2009, 15:46 Uhr | dpa-tmn / t-online.de/business
Manager unter Stress (Foto: Imago)
Zu wenig Personal, starker Zeitdruck, hohe Verantwortung: In vielen Unternehmen stehen die Mitarbeiter zunehmend unter Stress. Wie schlimm Betroffene den empfinden, hängt auch vom Führungsstil des Chefs und vom Betriebsklima ab. Experten erklären, wann die Gesundheit gefährdet ist und was hilft, stressige Zeiten leichter zu meistern.
Tolle Kollegen und ein fairer Arbeitgeber können helfen, Stress besser zu bewältigen. Das gleiche gilt für Anerkennung für die geleistete Arbeit. So wie Zeitdruck das Stressrisiko erhöht, könnten solche Faktoren ein Energiepolster sein, das wie ein Puffer wirkt und Stress verhindert. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von externen Ressourcen. Interne Ressourcen, die vor Stress schützen können, sind nach Angaben der gesetzlichen Unfallversicherung VBG in Hamburg Berufserfahrung, soziale Kompetenz oder eine hohe Qualifikation.
Interne und externe Ressourcen sind für den Umgang mit belastenden Situationen gleichermaßen wichtig. Kann ein Arbeitnehmer oder auch ein Team auf ausreichende Ressourcen zurückgreifen, lassen sich schwierige Situationen, die Stress verursachen könnten, leichter meistern. Arbeitgeber sollten deshalb im Betrieb die Rahmenbedingungen so gestalten, dass diese Ressourcen genutzt werden können. Möglichkeiten dafür sind zum einen Qualifizierungsangebote, aber auch Fairness in der Führung, unternehmerische Fürsorge oder das Gewähren von Freiräumen. Gutes Stressmanagement sollte den Schwerpunkt nicht nur darauf legen, Stressauslöser zu vermeiden, sondern entsprechende Ressourcen zu erhalten und zu erweitern.
Wichtigster Auslöser für Stress ist in der Wahrnehmung der Beschäftigten, dass sich die Arbeitsintensität in den vergangenen Jahren erhöht hat. Arbeitnehmer verbinden der VBG zufolge damit insbesondere Termin- und Zeitdruck sowie ein hohes Arbeitstempo. Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsintensität und gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Arbeitnehmern hin. Dabei sei ein kurzzeitiges Gefühl der Überforderung oder von Zeitdruck weder ungesund noch grundsätzlich von Nachteil.
Die negativen Folgen zeigten sich oft erst bei einem dauerhaften Ungleichgewicht zwischen hohen Anforderungen und geringen Bewältigungsmöglichkeiten. Bekommt ein Arbeitnehmer diese Balance nicht hin, kann das negative Folgen für seine Gesundheit und seine Leistungsfähigkeit haben. Im Fall von wochen- oder monatelanger Überlastung und Überforderung kann der Stress chronisch werden und dann zum Beispiel Suchterkrankungen, Depressionen oder Herz- Kreislauf-Probleme begünstigen.
dpa-tmn / t-online.de/business
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