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In diesen Branchen gibt es noch freie Stellen

Erschienen am 11. Januar 2010 | t-online.de/business
In einigen Branchen finden Jobsuchende ein gutes Angebot an freien Stellen.  (Foto: Imago)
In einigen Branchen finden Jobsuchende ein gutes Angebot an freien Stellen. (Foto: Imago)
Nach der massiven Wirtschaftsflaute des letzten Jahres sieht mancher Experte für 2010 Licht am Horizont. Das gilt jedoch nicht für den Arbeitsmarkt. Dem soll nach Ansicht vieler Ökonomen das Schlimmste erst noch bevorstehen. Die Mehrzahl rechnet in der ersten Jahreshälfte laut dpa mit einem starken Anstieg der Erwerbslosen-Zahlen. Für Jobsuchende allerdings kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. In einigen Bereichen wird nämlich händeringend nach qualifizierten Fachkräften gesucht. Die Experten des Karriereportals careerbuilder.de haben die Branchen ausgemacht, in denen es noch neue Jobs gibt.

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Ingenieure gesucht

Bei den Ingenieuren steigt die Zahl der offenen Stellen in Deutschland careebuilder.de zufolge wieder an. Wegen des derzeitigen Fachkräftemangels können aber längst nicht alle offenen Jobs besetzt werden. Nach Angaben von Welt Online wird sich die Lücke in den kommenden zehn Jahren um rund 100.000 unbesetzte Stellen vergrößern. Das Portal bezieht sich dabei auf den aktuellen Ingenieurmonitor des Berufsverbands VDI. Freie Stellen warten demnach vor allem auf Ingenieure in der Elektrotechnik, im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Bauwirtschaft - und zwar bundesweit. Weniger gut stehen die Chancen allerdings bei Firmen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Call-Center-Branche boomt

Mehr als 500.000 Menschen arbeiten in Deutschland derzeit in einem Call-Center. Trotz Wirtschaftskrise wächst die Branche kontinuierlich um acht Prozent. Das zeigt eine Untersuchung des Hamburger Beratungsunternehmens Profitel. "Wir haben innerhalb von nur drei Jahren bei den Beschäftigungszahlen 25 Prozent Wachstum zu verzeichnen", sagt Manfred Stockmann, Präsident des Call Center Forums, auf www.im-marketing-forum.de.

Software-Entwickler gefragt

Die Zahl der freien Stellen in der Informationstechnologie (IT) ist von 45.000 auf 20.000 gesunken - Fachkräfte werden trotzdem gesucht. Das ergab eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, Bitkom, an der mehr als 1500 Unternehmen teilgenommen haben. Gefragt sind vor allem Software-Entwickler. 61 Prozent der IT-Firmen suchen der Untersuchung zufolge qualifizierte Fachleute für die Planung, Entwicklung und Installation von Software-Lösungen. Außerdem fehlt es der IT-Branche an Projektmanagern: In den Anwenderbranchen geben das 47 Prozent befragten Firmen an. Laut Bitkom suchen zwei Drittel der Betriebe ausschließlich nach Hochschulabsolventen.

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Aufwind für das Finanzwesen

Gute Nachrichten kommen auch aus den Finanz- und Rechnungsabteilungen vieler Firmen. Zu dem Ergebnis kommt der Financial Directions Survey 2009 des Personaldienstleisters Robert Half. Für die Studie wurden mehr als 1400 Mitarbeiter aus dem Finanz- und Personalwesen aus neun Ländern befragt. Derzeit plant nahezu jedes vierte Unternehmen, seine Belegschaft in den nächsten sechs Monaten zu vergrößern, heißt es darin. Vor einem halben Jahr hätten sich die Firmen noch deutlich pessimistischer gezeigt. Nur jede zehnte habe zu dieser Zeit innerhalb des nächsten halben Jahres neue Finanzexperten rekrutieren wollen.

Bürokaufleute haben Zukunft

Die Ausbildung zur Bürokauffrau beziehungsweise Bürokaufmann steht auf der Wunschliste vieler Schulabgänger ganz oben. Nicht nur wegen der relativen Vielzahl der Stellenangebote, auch das Gehalt liege über dem Durchschnitt, erklären die Experten des Online-Bewerbungsdienstes ulmato.de. In Deutschland arbeiten demnach etwa 3,5 Millionen Menschen als Bürokaufleute.

Berufseinsteiger und Fachkräfte für den Umweltschutz

"20-20-20 bis 2020" proklamiert die EU-Kommission als Pfeiler der gemeinsamen Klimapolitik der europäischen Länder. Das bedeutet: 20 Prozent weniger Energieverbrauch, 20 Prozent weniger Treibhausgasausstoß sowie 20 Prozent Anteil am Gesamtverbrauch der erneuerbaren Energien in den nächsten zehn Jahren. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sich laut dem deutschen Bundesministerium für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche bis 2020 auf mindestens 500.000 verdoppeln. Doch in vielen Firmen fehle noch branchenspezifisch qualifiziertes Fachpersonal, meldet careerbuilder.de - zum Beispiel Maschinenbauer, Elektrotechniker, Ingenieure, aber auch Vertriebsmitarbeiter und Bürokräfte. Berufseinsteiger und erfahrene Fachkräfte hätten gleichermaßen gute Chancen, in dem Bereich Fuß zu fassen.

Karriere im Vertrieb

Noch ist die Wirtschaftskrise nicht überstanden - trotzdem sehen deutsche Vertriebsentscheider 2010 positiv entgegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Managementberatung BBDO Consulting und des Outsourcing-Spezialisten Sellbytel Group. 300 Entscheider wurden dabei zu ihren Erwartungen für dieses Jahr sowie zu geplanten Investitionen und Maßnahmen befragt. Als vorrangige Ziele nannten die Vertriebschefs zum Beispiel die Verbesserung der Kundenbeziehung, die Überprüfung der Vertriebseffizienz und Investitionen in die Vertriebsstruktur. Und dazu sind sicherlich gut qualifizierte Vertriebsmitarbeiter notwendig.

Massiver Lehrermangel

Bundesweit fehlten rund 40.000 Lehrkräfte, warnte der Deutsche Philologenverband nach Medienberichten bereits im Juli 2009. Das seien rund 15.000 oder 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders groß sei der Lehrermangel im Bereich Mathematik, Informatik und in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Altenpflege braucht immer mehr Mitarbeiter

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in Deutschland droht auch in der Altenpflege ein dramatischer Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Nach einer Studie des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg wird der Fachkräftebedarf in der Altenpflege von rund 320.000 Vollzeitkräften im Jahr 2007 auf voraussichtlich 850.000 im Jahr 2050 steigen. Die Freiburger Forscher gehen davon aus, dass sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen von 2,2 Millionen im Jahr 2007 auf rund 4,4 Millionen im Jahr 2050 erhöhen wird.


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Quelle: t-online.de/business
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