24.02.2010, 9:27 Uhr | t-online.de/business
Ein schlampiges Anschreiben - und der Bewerber landet sofort im Aus. (Foto: Imago)
Da schreibt ein Jobsuchender eine Bewerbung nach der anderen - und trotzdem will es mit der neuen Arbeitsstelle einfach nicht klappen: Nur Absagen landen im Briefkasten. Das muss nicht einmal an der Qualifikation liegen, oft schießen schon kleine Fehler in den Unterlagen einen Bewerber ins Aus. Eine Studie zeigt die elf schlimmsten Schnitzer, die Personaler am meisten stören.
Jede fünfte Bewerbung enthalte heute Rechtschreib- oder Tippfehler, erklärt Jochen Mai, Autor des Karriereblogs karrierebibel.de. Nicht selten ein K.-o.-Kriterium für die Bewerbung, weil Personalverantwortliche solche Schludrigkeiten als Desinteresse werteten oder als Indiz für jemanden, der auch sonst schlampig arbeitet, so der Experte. Mai hat zusammen mit Johannes Lenz von der Personalberatung und Akademiker-Jobbörse Alma mater für die „Bewerbungsstudie 2010“ insgesamt 260 Personalprofis befragt. Das Ergebnis: Bei zwei Fehlern ist bei den meisten Personalchefs die Toleranzgrenze erreicht, und spätestens ab drei Fehlern sortiert jeder Zweite die Bewerbung aus.
Gefragt wurden die Studienteilnehmer auch, welche die schlimmsten Patzer in einer Bewerbung seien. Dabei landeten Schreibfehler laut karrierebibel.de aber nur auf Platz drei: Für 53 Prozent der Befragten disqualifizierten diese den Bewerber von vornherein. Noch ärgerlicher empfinden Personaler den Karriereprofis zufolge allerdings, wenn der Name des Ansprechpartners, die Adresse oder gar der Name des avisierten Unternehmens falsch geschrieben ist. Das entspricht mit 69 Prozent Platz eins der "Todsünden" bei einer Bewerbung, gefolgt von einer unangemessenen, jargonhaften Sprache im Anschreiben (64 Prozent).
Unakzeptabel sind der Untersuchung gemäß außerdem mehrfach verwendete Bewerbungsunterlagen (44 Prozent) und unpassende Fotos (38 Prozent). Auch überlange Anschreiben, fehlende Anhänge und Lücken im Lebenslauf führen dazu, dass Personaler eine Bewerbung sofort zur Seite legen.
Ein weiterer Aspekt der Umfrage: Wann darf ein Jobkandidat beim Unternehmen nachfragen, wie es um seine Bewerbung steht? Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) raten dazu, damit mindestens zwei Wochen zu warten. Immerhin noch 29 Prozent halten drei bis vier Wochen für angemessen. Nur elf Prozent meinen, man könne sich bereits nach einer Woche erkundigen, Und entgegen den Empfehlungen manchen Ratgebers meinen 15 Prozent, es sei besser gar nicht nachzufragen. Vorsicht auch, wenn Sie wissen möchten, warum Ihre Bewerbung gescheitert ist. Denn für solche Rückfragen hat jeder zweite Personalmanager (51 Prozent) kein Verständnis.
Die Umfrage zeigt darüber hinaus, dass Bewerber auf ihre Präsenz im Internet achten sollten: Schon 62 Prozent der befragten Personalprofis gaben an, die Online-Profile potenzieller neuer Mitarbeiter im Netz zu recherchieren, vor allem über Xing (69 Prozent), Facebook (57 Prozent) und StudiVZ (28 Prozent). 63 Prozent der Personaler durchleuchten Bewerber aber auch über Google und Blogs.
Die Unternehmen, die bei der Auswahl von Bewerbern noch auf die Online-Recherche verzichten, erklärten der Untersuchung zufolge, entweder keine Zeit oder kein Personal dafür zu haben oder sich vom persönlichen Gespräch mehr zu erhoffen. Einige Personaler suchen im Netz auch nur nach Informationen über den engsten Kreis der Jobkandidaten.
t-online.de/business
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