
aktualisiert am 25.11.2009, 13:25 Uhr | manager-magazin.de
Weihnachtsfeier (Foto: Archiv)
Weihnachtsfeiern sind wie selbstgebackene Plätzchen: Die einen lieben sie, die anderen verabscheuen sie zutiefst. Selbst wer nur zur Stippvisite auftaucht, sollte einige grundlegende Regeln beherzigen. Bei Nichtbeachtung kann das beschauliche Fest leicht mit einem Karriere-Kater enden.
Damit die Feier im Kreis der Kollegen ein Erfolg wird, müssen die Organisatoren viel Vorarbeit leisten. Aber auch die feiernden Mitarbeiter sind in der Pflicht: Sie sollten niemals die Grundsätze der Höflichkeit und des guten Geschmacks vergessen.
Vor der Feier steht aber die Auswahl der richtigen Örtlichkeit. Die Frage, ob es sich besser im Büro oder auswärts feiert, ist so alt wie die Weihnachtsfeier selbst. Die Veranstaltung sollte außerhalb des Firmengebäudes stattfinden, rät Jürgen Hesse, Karriereberater beim Berliner Büro für Berufsstrategie. "Der Ortswechsel bringt wichtigen Abstand vom Büroalltag und zeigt den Mitarbeitern, dass sie wichtig sind."
Allerdings sollten die Organisatoren nicht zu viel Ehrgeiz an den Tag legen und die Belegschaft zum gemeinsamen Kochen oder in den Weihnachts-Zirkus zwingen. So etwas ist Geschmackssache und könnte von Mitarbeitern als Gruppenzwang interpretiert und abgelehnt werden, warnt Hesse. Am wenigsten machen die Organisatoren verkehrt, wenn sie ein angenehmes Lokal anmieten und ein kleines Programm organisieren. Wichtig hierbei: "Keine langatmigen Ansprachen des Chefs."
Auch wenn die Partner pro forma eingeladen werden, sollten sie nicht mit zur Betriebsfeier kommen. "Das ist eher hemmend und kann dazu führen, dass sich nur die Paare unterhalten", sagt Hesse. Die Feier sei aber als soziales und kommunikatives Event gedacht, das die Mitarbeiter einander näher bringt.
Tatsächlich bieten Betriebsfeiern die seltene Gelegenheit zum ungezwungenen Gespräch. "Zu diesem Anlass können sich die Kollegen einmal von ihrer anderen Seite zeigen und zum Beispiel über Hobbys und Familie reden", erläutert Werner Schienle, Unternehmensberater und Mediator in Stuttgart. Dabei sollten sich die Mitarbeiter aber davor hüten, ins "Kumpelhafte" zu verfallen. "Ausschlaggebend für das Maß der Herzlichkeit ist aber letztlich immer die Firmenkultur."
Egal, was ein persönliches Gespräch während der Feier zu Tage bringt - es muss vertraulich bleiben. Undenkbar ist zum Beispiel, in Erfahrung gebrachte Schwächen oder Krankheiten von Kollegen später im beruflichen Zusammenhang auszunutzen, sagt Schienle. "Das wäre schwerster Vertrauensmissbrauch." Aus Furcht vor übler Nachrede sollte aber niemand den Abend schweigend verbringen. Denn Stimmung kann nur mit Erzählungen aus dem Privatleben aufkommen. "Hier ist die richtige Balance zwischen Preisgeben und Verbergen gefragt."
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