24.04.2009, 12:39 Uhr | AFP
Deutsche Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten bessere Geschäfte. (Foto: Imago)
Den dramatischen Wachstumsprognosen zum Trotz sind die deutschen Unternehmer wieder spürbar zuversichtlicher. Überraschend stieg der vom Münchner ifo-Institut veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex von 82,2 Punkten im März auf jetzt 83,7 Punkte. Die Unternehmen bewerten demnach sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Zukunftsaussichten zuversichtlicher.
Das Konjunkturbarometer stieg auf den höchsten Wert seit November, bei den Erwartungen an das kommende halbe Jahr sogar auf einen Höchststand seit September. "Der Rückgang der Wirtschaftsleistung dürfte sich damit deutlich verlangsamen", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. In ihrem Frühjahrsgutachten, das für 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaft um sechs Prozent prognostiziert, hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute bereits vorausgesagt, dass für die Produktion "das große Erdbeben" vorüber sei. Die Nachwirkungen wie steigende Arbeitslosigkeit kämen allerdings erst noch.
Experten hatten nur einen geringfügigen Anstieg des Geschäftsklimaindex erwartet. Die Umfrage in den Chefetagen von 7000 Unternehmen ergab aber überraschend eine Verbesserung der Bewertung der aktuellen Lage, wo der entsprechende Teilindex von 82,7 Punkte auf 83,6 Punkte stieg. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei der Bewertung der Aussichten auf das kommende halbe Jahr mit einem Ergebnis von 83,9 Punkten nach 81,6 Punkten im März aus.
Nach Branchen unterschieden sehen die Firmen des verarbeitenden Gewerbes ihre Aussichten spürbar weniger pessimistisch. Sie erwarten, dass das Auslandsgeschäft langsamer schrumpfen wird als zuletzt. Allerdings sind demnach in der Industrie weitere Stellenstreichungen zu erwarten, die Auslastung der Geräte und Maschinen nahm gegenüber dem Jahresbeginn noch einmal erheblich ab.
Auch im Handel besserte sich das Geschäftsklima. Der Großhandel bewertet sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten weniger skeptisch, die Einzelhändler blicken dagegen pessimistischer in die Zukunft. Obwohl die Bauvorhaben von Städten und Gemeinden aus dem Konjunkturpaket II erst jetzt allmählich angeschoben werden, hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe verschlechtert. Vor allem ihre Geschäftsentwicklung bis zum Spätherbst schätzen die Bauunternehmer zurückhaltender ein.
AFP
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