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Der perfekte Chef

01.09.2009, 15:12 Uhr | dpa-tmn

Autoritäre Chefs dürfen sich nicht wundern, wenn das Team versagt.  (Foto: Imago)

Autoritäre Chefs dürfen sich nicht wundern, wenn das Team versagt. (Foto: Imago)

Ob ein Team Erfolg hat oder nicht, darüber entscheidet vor allem die Kompetenz der Führungskraft. Wenn der Teamchef sich falsch verhält, sind Ärger und Missverständnisse kaum zu vermeiden. Damit es nicht soweit kommt, sollten der die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter kennen und in Einklang bringen. Darauf weist der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn hin.

Aktiv zuhören

Ganz wichtig ist die Fähigkeit, zuhören zu können - und zwar aktiv. Häufig höre der Leiter nur mit halbem Ohr hin und könne sich später nicht mehr an alles erinnern, was ihm ein Mitarbeiter gesagt hat. Nicht selten würde der Teamleiter schwören, er habe zugehört. Genau da zeige sich der Unterschied zwischen Zuhören und aktivem Zuhören, so der Fachverlag.

Interesse signalisieren

Wer aktiv zuhöre, signalisiere Interesse an der Sache und volle Aufmerksamkeit. Das sollte er etwa durch Zustimmungen und konkreten Nachfragen deutlich machen. Mit aktivem Zuhören lässt sich den Experten zufolge erreichen, dass Mitarbeiter sich ernst genommen fühlen und bereit sind, auch über Schwierigkeiten und Probleme zu sprechen.

Null-Fehler-Toleranz ist unrealistisch

Teamleiter sollten zwar anstreben, dass möglichst wenig Fehler passieren. Aber eine Null-Fehler-Toleranz ist dem Fachverlag zufolge unrealistisch. Aus Missgeschicken lässt sich aber lernen - sofern sie nicht unter den Teppich gekehrt werden. Darum ist nach Ansicht der Fachleute eine offene Fehlerkultur wichtig: Ist etwas schiefgelaufen, diskutiert ein guter Teamchef konstruktiv mit den Mitarbeitern, wie sich das künftig vermeiden lässt.

Kritik nicht nur weitergeben

Kritik beziehen Führungskräfte idealerweise auch auf sich selbst - und geben sie nicht nur weiter. Wird sie konstruktiv vorgetragen, sollte der Teamleiter sie annehmen. Eine große Rolle spielt zudem dessen Fähigkeit, Diskussionen sachlich zu führen. Das gilt gerade bei emotional aufgeladenen Auseinandersetzungen, die sonst schnell mit persönlichen Schuldzuweisungen enden.

Verbindliche Regeln für Sitzungen schaffen

Schaffen Teamleiter das nicht, sind die Fronten am Ende verhärtet. Damit das nicht passiert, sollten Teamleiter bei Sitzungen für alle verbindliche Spielregeln aufstellen. Dazu gehört die Vereinbarung, dass persönliche Schuldzuweisungen oder Unsachliches tabu sind. Kritik sollte nicht pauschal formuliert werden, sondern etwa in dem Sinne "Ich habe den Eindruck, das oder jenes ist nicht gut gelaufen."

Keine "Basta"-Führung

Machtdemonstrationen nach dem Motto "der Chef ist nunmal in der stärkeren Position und darf entscheiden", sind dagegen verzichtbar. Damit könnten sich Führungskräfte zwar kurzfristig durchsetzen, langfristig werde das Team durch solches Verhalten aber eher demotiviert und schlimmstenfalls "Dienst nach Vorschrift" schieben. Besser sei es, die Mitarbeiter zu überzeugen, statt auf die eigene Position zu pochen.

Das Team ausreichend informieren

Voraussetzung für gute Teamarbeit ist dem Verlag zufolge außerdem eine offene Informationspolitik. Erfahren die Mitarbeiter zum Beispiel erst durch Außenstehende, dass Mittel für ein Projekt gekürzt wurden, ist etwas schiefgelaufen, warnt der Fachverlag. Nicht selten komme es vor, dass Teamleiter Informationen nicht rechtzeitig oder unvollständig weitergegeben. Dahinter muss nicht einmal böse Absicht stecken. Regelmäßige Sitzungen könnten dazu beitragen, alle Beteiligten auf dem Laufenden zu halten.

dpa-tmn  

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