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Vorsicht, Fettnäpfchen! (1)

Erschienen am 20. November 2008 | Manager Magazin/Helene Endres
Uuups, etwa ins Fettnäpfchen getreten?   (Foto: Imago)
Uuups, etwa ins Fettnäpfchen getreten? (Foto: Imago)
Und täglich grüßt der Fettnapf. Warum sich Peinlichkeiten im Büroalltag deutlich häufen und wie sie sich vermeiden lassen - ein Ratgeber: Alles schien Routine zu sein. Die Projektleiterin einer renommierten Beratungsfirma steckte die Präsentation für den Kunden in einen Umschlag und ließ ihn verschicken. Dachte sie. Tatsächlich ging jedoch die interne Akte über den Kunden raus - voll mit handschriftlichen Notizen und vertraulichen Daten. Ihren Fehler bemerkte die Projektleiterin erst, als der Empfänger der Post anrief, über so viel Unprofessionalität schimpfte und den Auftrag stornieren wollte.

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Kann den Karriereaufstieg kosten

Ein kleiner Fehler, wie er jedem passieren kann. Der aber schnell das Geschäft, die Anerkennung in der Firma oder den nächsten Karriereschritt kostet.

Der Fettnapf lauert überall

Was der einen die falsche Postsendung ist dem anderen der auf die Hose des Tischnachbarn verschüttete Rotwein. Mancher zeigt während seiner Präsentation die falschen Schaubilder, ein anderer verwechselt den chinesischen Geschäftspartner mit dem Kellner. Er lauert überall im Geschäftsleben: der Fettnapf. Früher stand er am Ofen des Bauernhauses. Mit seinem Inhalt wurden Schuhe eingefettet, und der unaufmerksame Gast trat schlimmstenfalls hinein.

Auch interkulturelle Missverständnisse

Heute steht der Fettnapf in den Büros weltweit. Weil die Hierarchien in den Unternehmen abgebaut wurden und der einzelne Manager viel früher Verantwortung übernimmt und damit die Chance bekommt, sich zu blamieren. Und weil die Globalisierung für einen steten Zuwachs an interkulturellen Missverständnissen sorgt.

Steigende Verantwortung "fördert" Peinlichkeiten

"Manager treten heute öfter in Fettnäpfe als noch vor zehn Jahren. Sie vergessen, dass mit steigender individueller Verantwortung auch das Risiko für Peinlichkeiten wächst", sagt Reiner Neumann, langjähriger Personaler und inzwischen als Trainer mit den alltäglichen Fehlern konfrontiert.

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Wie vermeidet man Patzer?

Wie aber lassen sich die schlimmsten Patzer vermeiden? Und wie bewahrt man Haltung, wenn doch einmal etwas schiefgegangen ist?
Sicher ist: Es bleibt Managern immer weniger Zeit, pannenfeste Souveränität zu erlernen. "Heute erwartet man von Projektleitern eine Parkettsicherheit, die früher noch nicht einmal Bereichsleiter hatten", sagt Alexander Ross, Kommunikationswissenschaftler und Co-Autor des demnächst erscheinenden Buchs "Fettnapf-Slalom für Manager".

Neue Anforderungen ans Benimm

Dem einzelnen Mitarbeiter wird immer mehr aufgebürdet, dadurch vergrößert sich auch die Fallhöhe: Toll, wenn ich meine Arbeitsergebnisse dem Vorstand präsentieren darf. Dumm, wenn ich jetzt etwas falsch mache. Auch durch den Wandel der Wirtschaftseliten steigt das Risiko: Frauen in Führungspositionen und die Internationalisierung stellen ganz neue Anforderungen an die Political Correctness.

VW-Chef "latschte"

rein

Die neue Arbeitswelt überfordert bisweilen auch Profis wie den neuen VW-Chef Martin Winterkorn: Bei der Vorstellung des neuen Audi R8 in den USA machte er eine Testfahrt mit einer Journalistin des Wirtschaftsmagazins "Fortune". Er fuhr, sie fragte, warum er das Auto so toll finde. "Weil alle es fahren können", sagte Winterkorn. "Sogar eine Frau." Die Dame kommentierte hinterher lakonisch: Wenn VW ernsthaft Geschäfte in den USA machen wolle, müsse sich noch einiges ändern. Zum Beispiel die Haltung Frauen gegenüber.

Dominantes Auftreten von Frauen

So fatal es sein kann, in Nordamerika Frauen zu diskriminieren, so fatal kann es für deutsche Frauen sein, in anderen Kulturkreisen allzu dominant aufzutreten. Wie eine weltweit bislang sehr erfolgreiche Vertriebsmanagerin, die in Asien fast verzweifelte: Ihre Verhandlungspartner sprachen nicht mit ihr, sondern lieber mit ihren untergeordneten männlichen Kollegen.

WEITER ZU TEIL 2/2: Cool bleiben und das Gesicht wahren

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Quelle: Manager Magazin/Helene Endres
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