09.09.2009, 15:28 Uhr | dpa
Viele gehen trotz Krankheit arbeiten. (Foto: Imago)
In Deutschland geht fast jeder zweite Arbeitnehmer und Selbstständige auch mal krank zur Arbeit. In dem Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh gaben 42 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten zwei Mal oder öfter krank zur Arbeit gegangen zu sein. Zwei Drittel tun dies vor allem aus Pflichtgefühl und weil sonst Arbeit liegen bleibt. Für die Studie wurden im Herbst 2008 rund 1500 Menschen befragt.
Die Annahme, dass vor allem Selbstständige auch bei Krankheit arbeiten, bestätigte sich nicht. Das Gegenteil sei der Fall, hieß es. So sagte die Hälfte (52 Prozent) der befragten Selbstständigen, gelegentlich trotz einer Erkrankung zu arbeiten. Bei den abhängig Beschäftigten waren es rund drei Viertel (74 Prozent).
"Präsentismus" nennen Experten dieses Verhalten, besonders in Krisenzeiten auch krank zur Arbeit zu gehen - aus Angst vor Jobverlust. Alleinstehende sind davon besonders betroffen: Singles (78 Prozent) gaben häufiger an, krank zur Arbeit zu gehen, als Menschen, die mit einem Partner oder in einer Familie leben (69 Prozent).
Studien zeigten, dass die Kosten rechtzeitiger Krankmeldungen letztlich geringer seien als die, die durch krank arbeitende Mitarbeiter entstünden, sagte Stefan Empter, Senior Director der Bertelsmann Stiftung. Diese Mitarbeiter fielen später möglicherweise viel länger aus oder steckten Kollegen an.
dpa
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