03.03.2009, 12:54 Uhr | dpa-tmn / t-online.de/business
Für Gehaltsverhandlungen braucht man eine gute Taktik. (Foto: Imago)
In Krisenzeiten mehr Geld fordern? Aber sicher: Rund die Hälfte der deutschen Beschäftigten plant laut einer Studie des Karriereportals monster.de kurzfristig Gehaltsverhandlungen mit dem Chef. Wir verraten Ihnen, was Sie beachten müssen, damit der Gehaltspoker funktioniert.
Experten raten etwa, in Gehaltsrunden von vornherein etwas Spielraum zum Feilschen einzuplanen. So sei es üblich, zuerst etwas mehr als gewünscht zu verlangen und sich dann herunterhandeln zu lassen, berichtet die in Düsseldorf erscheinende Zeitschrift "Junge Karriere" (Ausgabe 3/2009). Wer im Gehaltsgespräch zu hoch einsteigt, macht sich demnach unglaubwürdig. Als Grundregel gilt: Mehr als 20 Prozent mehr als das eigentliche Wunschgehalt sollten Arbeitnehmer nicht als erste Forderung auf den Tisch legen.
Wer einfach eine exakte Summe benennt und dann strikt bei dieser Forderung bleibt, stößt dagegen beim Arbeitgeber leicht auf Grenzen. Ziel einer einvernehmlichen Gehaltsverhandlung sollte es nach Ansicht der Fachleute sein, sich in der Mitte zu einigen. Will der Chef partout nicht auf Forderungen eingehen, sollten Angestellte auch Alternativen ins Spiel bringen - zum Beispiel Boni in Form von Tankgutscheinen. Schließlich kann der Arbeitgeber bis zu 44 Euro im Monat zu dem Zweck spendieren, ohne dass Steuern und Sozialabgaben anfallen.
Zu zaghaftes Verhandeln führt meist auch nicht zum Erfolg, wenn es um die Vergütung in einem neuen Job geht. Gerade Frauen neigen demnach in Gehaltsgesprächen zu falscher Zurückhaltung. "Wechseln sie den Job, sagen sie ganz ehrlich, was sie vorher verdient haben", sagte Barbara Schneider aus Hamburg, die weibliche Führungskräfte coacht. Ihrer Ansicht nach sei aber Verhandlungstaktik, 25 bis 30 Prozent mehr zu verlangen. Handelt der neue Arbeitgeber den Jobkandidaten dann etwas runter, habe der immer noch eine gute Steigerung erreicht.
Sinnvoll sei, vor Verhandlungen für sich selbst eine Untergrenze festzulegen, rät Schneider. Sei nicht mehr Gehalt drin, könne über andere Leistungen, etwa ein Firmenhandy oder eine Fortbildung gesprochen werden, sagte Schneider. Die Angst, bei einer höheren Gehaltsforderung sofort aus dem Rennen zu sein, sei meist unbegründet. "Wenn jemand auf eine Stelle passt, scheitert die Einstellung in der Regel nicht am Gehalt", so die Fachfrau.
In zu geringen Gehaltsforderungen sieht Schneider sogar eine Gefahr. "Wenn eine hoch qualifizierte Frau Mädchenpreise verlangt, irritiert sie ihre Verhandlungspartner. Die fragen sich dann, ob sie es wirklich drauf hat", erläutert die Expertin.
dpa-tmn / t-online.de/business
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