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Buffett verneigt sich vor chinesischem Schneider

Erschienen am 25. September 2009 | Spiegel Online, mik
Warren Buffett preist im Video die Anzüge der chinesischen Firma Dayang.  (Foto: Shot aus Video)
Warren Buffett preist im Video die Anzüge der chinesischen Firma Dayang. (Foto: Shot aus Video)
Investment-Legende Warren Buffett begibt sich auf neues Terrain: In einem Video-Spot wirbt er für eine bisher vollkommen unbekannte chinesische Modemarke. Das Echo ist enorm - jedenfalls an der Börse von Shanghai.



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Investment-Guru schwärmt für Herrenschneider

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass prominente Werbeträger eine Marke spürbar voranbringen können - Warren Buffett liefert ihn. In einem Video hat der Investment-Guru von seinem Herrenschneider geschwärmt und damit dem bis dahin völlig unbekannten Unternehmen Dayang zu ungeahnter Popularität verholfen. Nachdem der chinesische Modehersteller den Spot auf seiner Firmen-Webseite veröffentlicht hatte, vollzogen die Aktien an der Börse von Shanghai einen atemberaubenden Höhenflug.

Marke wird Insignium der Reichen und Mächtigen

Innerhalb von knapp vierzehn Tagen stieg der Unternehmenswert um rund 70 Prozent. Dayangs Anzugmarke Trands gilt in New Yorks obersten Kreisen inzwischen als Insignium der Reichen und Mächtigen, berichtet das "Wall Street Journal".

Hier geht's zum Werbe-Video von Warren Buffett

Erster Kontakt im Jahr 2007

Vor zwei Jahren war Buffett im chinesischen Dalian auf Trands aufmerksam geworden, als er an der Feier für die Eröffnung einer neuen Fabrik teilnahm, an der sein Hedgefonds Berkshire Hathaway beteiligt ist. Ein Manager des Unternehmens hatte ihm empfohlen, sich dort doch ein paar Anzüge schneidern zu lassen, solange er in der Stadt sei.

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Beindruckt von Professionalität der Schneider

Obwohl die Prozedur des Maßnehmens für den Milliardär eher lästig gewesen sein soll, registrierte er doch die Professionalität, mit der die Schneider zu Werke gingen. Die Anzüge saßen anschließend wie angegossen, heißt es.

Kompliment für Kleidung

"Sie sind bequem, und alle sagen mir, ich sehe gut darin aus", erklärte der Milliardär dem "Wall Street Journal" und ergänzt: "Zum ersten Mal seit 78 Jahren hat mir jemand ein Kompliment gemacht, wie gut ich angezogen bin."

Werbevideo überzeugt auch Bill Gates

Aus seiner Begeisterung für Trands macht Buffett seitdem keinen Hehl. Er trage inzwischen nur noch Anzüge der Marke, erklärt er in dem kleinen Werbevideo für Dayang. Die anderen habe er einer Kleidersammelstelle gespendet. Er überzeugte damit sogar einige seiner Geschäftspartner - auch seinen Freund Bill Gates ließ bereits Maß nehmen.

Buffett bewundert Gründerin

Über die Gründerin von Dayang, Li Guilian, spricht Buffett voller Bewunderung. Die 63-jährige Bauerstochter stammt aus der chinesischen Provinz Liaoning und hat das Unternehmen vor 30 Jahren gegründet. Die einst winzige Fertigungsstätte mit wenigen Nähmaschinen wuchs inzwischen zu einem Modekonzern mit rund 15.000 Angestellten.

Große Werbeeffekt mit geringem Aufwand

Das Buffett-Video könnte eines Tages zu den Standards der Ausbildung für Werbetreibende werden. Denn es erfüllt nicht ein Kriterium, das die Branche für eine gute Kampagne als unerlässlich ansieht. Im Grunde handelt es sich um einen mit erkennbar geringem Aufwand erstellten Aufsager eines Mannes, der nach eigenem Bekunden wenig von Mode weiß und sich noch nicht einmal dafür interessiert.

Glaubwürdige Begeisterung, großer Name

Der Werbeeffekt resultiert allein aus seiner glaubwürdigen Begeisterung für seine neuen Anzüge - und der Tatsache, dass er Warren Buffett ist. Buffetts Hedgefonds hält übrigens, wie er selbst betont, keine Aktien von Dayang.


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