08.01.2010, 14:19 Uhr | dpa-AFX
Die Zahlungsmoral deutscher Firmen hat sich ein wenig verbessert. (Foto: Imago)
DeutscheUnternehmen halten sich immer besser an Zahlungsziele: Denn einer Studie des Informationsdienstleisters D&B zufolge ist die Zahlungsmoral im Dezember auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Der Zahlungsindex zog im Dezember erneut deutlich an und stieg damit zum sechsten Mal in Folge.
"Damit zeigen die Programme in den Unternehmen zur Verbesserung der Liquidität ihre Wirkung. Liquide Mittel sind also in vielen Unternehmen in ausreichendem Maß vorhanden, um Rechnungen pünktlich zu begleichen", sagte D&B-Geschäftsführer Thomas Dold in Darmstadt. Beim Blick auf das laufende Jahr bleibt er jedoch vorsichtig: "Es wird vielen Unternehmen 2010 besser gehen als 2009, aber auch die Zahl der Unternehmen wird steigen, die ein Anziehen der Konjunktur nicht mehr erleben oder überleben werden."
Der D&B-Zahlungsindex stieg im Dezember auf 79,92 (November: 79,26) Punkte. Höher stand der Indikator zuletzt Anfang 2008, als der Wert erstmals unter 80 Prozent gefallen war. Der Index sagt aus, dass im Dezember knapp 80 Prozent der beobachteten Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich bezahlten. Der Indikator wird seit Anfang des Jahres auf Monatsbasis veröffentlicht und fiel dabei von Januar bis Mai deutlich - seit Juni erholt er sich allerdings wieder. Die Erholung zog dabei zum Jahresende deutlich an. Die durchschnittliche Verzugszeit lag im November wie im Vormonat bei 9,41 Tagen.
Von der zuletzt gesehenen Erholung konnten jedoch nicht alle Branchen gleichermaßen profitieren. So konnten die Maschinenbauer und Autozulieferer ihrer Zahlungsmoral kaum oder gar nicht verbessern und stehen im Vergleich zum vierten Quartal 2008 schlechter da. Die Branchen, die die Krise am härtesten getroffen hat, werden auch am längsten brauchen, bis sie ihre Zahlungskraft wieder erlangt haben. So ist zum Beispiel ein Fünftel aller deutschen Autozulieferer laut D&B zufolge akut von der Insolvenz bedroht.
D&B erstellt auf Basis von 600 Millionen Rechnungen und Auswertung von Daten von mehr als 700.000 deutschen Firmen eine regelmäßige Studie zur Zahlungsmoral. Weltweit wertet D&B mehr als 20 Milliarden Rechnungen aus.
dpa-AFX
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